Schäfer muss mit dem Wolf leben

Archiv

Wolfram Golderer kontrolliert täglich die Stromversorgung der Zäune bei seinen 350 Schafen – „Wolf ist keine Bestie“

Der Vorfall in Bad Wildbad mit 30 gerissenen und zehn schwer verletzten Schafen scheint die Mär vom „Bösen Wolf“ zu bestätigen. So möchte das Wolfram Golderer nicht unterschreiben. Die Meinung des Pforzheimer Schäfers: „Zur Biodiversität gehört der Wolf dazu.“

Schäfer muss mit dem Wolf leben

Jeden Tag prüft Wolfram Golderer, ob genügend Strom auf den Umzäunungen der Weiden ist, auf denen seine Schafe grasen. Gleichzeit warnt er vor einer „Wolfs-Hysterie“. Foto: Roth

Pforzheim. Aber natürlich will auch Wolfram Golderer seinen derzeit 350 Schafen den bestmöglichen Schutz bieten und wünscht sich, „dass es ihnen gutgeht“. Und dazu gehöre eben nicht unbedingt, dass sie auf ihrer eingezäunten Weide ohne Fluchtmöglichkeit Opfer eines Wolfs werden. Seines Wissens gibt es keinen Wolf im Enzkreis, „aber die legen auch mal 50 Kilometer zurück“, sagt Golderer. Panikmache und Hysterie hält er aber für falsch. Die Empfehlung von Fachleuten, gute Stromzäune einzurichten, mindestens 90 Zentimeter hoch, „befolge ich schon lange“. Seine Schafe, die derzeit auf zwei Weiden im Teufelsgrund bei Ispringen und am Wolfsberg grasen und ab Ende Mai auf den Hagenschieß kommen, besucht er einmal am Tag. Dann prüft er mit einem Gerät die Stromstärke. 6000 Volt sollten auf dem Zaun sein. „Das tut dann schon weh.“ Die Spannung fällt höchstens dann mal auf 4000 Volt, wenn das Gras nass ist und ableitet.

Wir freuen uns, dass Sie sich für einen logo Artikel interessieren. Jetzt registrieren und weiterlesen.

  • Alle Webseiteninhalte
  • Inklusive aller logo Artikel
  • Jederzeit kündbar

Sie sind bereits Abonnent? Hier einloggen

Artikel empfehlen