Neuer Schlossherr plant ein „Juwel“
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Nach jahrelangem Leerstand hat das Schloss Kaltenstein in Vaihingen mit Wolfgang Scheidtweiler aus Pforzheim einen neuen „Besitzer“, der Millionen in die Landesimmobilie investiert, um sie in ein Hotel mit angeschlossener Gastronomie zu verwandeln.
Vaihingen. Nach dem Auszug des Christlichen Jugenddorfwerks Deutschland 2014 stand das Vaihinger Wahrzeichen leer. Seither blickten viele Bürgerinnen und Bürger bange aufs Schloss Kaltenstein, dessen Zukunft lange unklar war. Die Ungewissheit ist seit dem gestrigen Dienstag mit der Vertragsunterzeichnung zwischen dem Pforzheimer Unternehmer und Vertreter der Private Schloss-Hotel Collection, Wolfgang Scheidtweiler, und Ministerialdirektor Jörg Krauss als Vertreter des Landes Baden-Württemberg offiziell beendet. Damit kann wieder Leben in das fast 1000 Jahre alte Gemäuer einkehren. Zeugen des feierlichen Vertragsabschlusses, bei dem auch ein symbolischer Schlüssel an den Investor übergeben wurde, waren zahlreiche Familienmitglieder und Geschäftspartner des Unternehmers sowie Vertreter der Vaihinger Stadtverwaltung, des Gemeinderats und weiterer Behörden.
Im Schloss Kaltenstein soll ein Hotel mit angeschlossener Gastronomie entstehen. Der Pforzheimer Wolfgang Scheidtweiler investiert Millionen in das Projekt.Fotos: Schramm (oben), Disselhoff
Scheidtweiler, der nach der europaweiten Ausschreibung im Juni 2018 früh sein Interesse am Schloss bekundet hatte, will „zwischen 10 und 14 Millionen Euro“ in Vaihingen investieren. Zwischen 60 und 80 Zimmer solle das Hotel haben, erklärte der Unternehmer auf Nachfrage unserer Zeitung. Scheidtweiler betonte auch, dass in Vaihingen „kein elitäres Fünf-Sterne-Hotel“ geplant sei. „Es ist für jedermann gedacht, der sich anständig benimmt“, sagte er in seiner launigen Rede. Der Pforzheimer hofft, die Pforten des Hotels in zwei bis zweieinhalb Jahren öffnen zu können. Bis es soweit ist, gilt es noch viele knifflige Fragen zu klären. Brandschutz und Barrierefreiheit nannte Scheidtweiler als große Herausforderungen, und während der Bauzeit würden, wie bei solchen Projekten üblich, noch Dutzende weitere Themen aufkommen. Das schreckt den Visionär nicht, der schon vielen alten Gemäuern zu neuem Glanz verholfen hat. Auch seine Idee für ein Restaurant im Eingangsbereich des Schlosses mit Weitblick übers Enztal ist beim Denkmalschutz offenbar nicht durchgefallen, lässt der Macher durchblicken, dass auch dieser Wunsch vermutlich Wirklichkeit werden kann.
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