Erster Akt
Archiv
Der Umzug des Archivs ist ein wichtiger Schritt – aber nicht der letzte
Da steh ich nun, ich armer Tor! Und bin so klug als wie zuvor. Mit diesem Goethe-Zitat den Umzug des Knittlinger Stadtarchivs zu kommentieren, wäre ebenso wohlfeil wie ungerecht. Denn schließlich kommt es angesichts der bisherigen Umstände einem Quantensprung gleich, was nun offenbar noch 2018 umgesetzt werden soll: die sichere, saubere und an einem – noch dazu gut zugänglichen – zentralen Ort komprimierte Lagerung der Zeugnisse der Stadtgeschichte. Jahrzehntelang brauchte, wer Einblick in Inventuren und Teilungen oder andere Akten nehmen wollte, neben Atemschutzmaske und Handschuhen vor allem ein Bündnis mit Fortuna, um im weitestgehend unsortierten Bestand fündig werden zu können. An Letzterem – und das ist der Wermutstropfen – wird sich auch in absehbarer Zukunft vermutlich nichts ändern. Denn die Finanzlage der Stadt ist derart angespannt, dass zuletzt bei der Haushaltsberatung selbst um einzelne Zeiterfassungsgeräte für Verwaltungsmitarbeiter intensiv gerungen wurde. Angesichts einer sich abzeichnenden Neuverschuldung mag es wenig opportun erscheinen, Mittel für die professionelle Neuordnung zu fordern. Eine ketzerische Frage sei allerdings erlaubt: Braucht es wirklich so dringend Geld für den papierlosen Gemeinderat samt neuer Schreibtische, die Steckdosen für ladeschwache Tablets bieten, oder lohnt es sich nicht, die Papiere früherer Gemeinderatsgenerationen einer möglichen Auswertung zuführen zu lassen?
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