Ehrenamtliche freuen sich über viel Rückenwind

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Förderverein der Familienherberge Lebensweg leistet immense Überzeugungsarbeit und glaubt fest an eine gute Zukunft

Illingen-Schützingen/Enzkreis. Ohne den Förderverein würde es die Familienherberge Lebensweg wohl kaum geben. Die Ehrenamtlichen werben seit Jahren unermüdlich um Spenden für die Einrichtung. Eine der ersten Aktiven war Sabine Schüle aus Mühlacker, die sich seit vielen Jahren im Vorstand des Fördervereins engagiert. „Eigentlich war es ein trauriger Anlass, durch den ich den Kontakt zu Karin Eckstein bekommen und von ihren Plänen erfahren habe, in Schützingen eine Familienherberge für Eltern mit schwerstkranken Kindern zu errichten“, berichtet Schüle im Gespräch mit unserer Zeitung. Nach dem Tod ihrer Mutter war noch Geld von der Beerdigung übrig, das sie und ihr Vater einem guten Zweck zukommen lassen wollten. Dass ihre Wahl auf die Familienherberge fiel, war dann allerdings kein Zufall. „Ich hatte selbst 15 Jahre ein schwer krankes Kind“, erzählt Schüle. „Meine Tochter litt seit ihrem dritten Lebensjahr an einer Blutkrankheit und war von 365 Tagen im Jahr 150 in der Klinik in Tübingen.“ Viermal habe ihre Tochter im Sterben gelegen, bis ein Wunder geschehen sei. „Als sie 18 war, haben sich die Blutwerte plötzlich gebessert. Seitdem ist sie gesund“, so Schüle. „Ich bin so voller Dankbarkeit.“ Durch diese Lebenserfahrung könne sie nachempfinden, wie es Eltern geht, die sich rund um die Uhr um ihr krankes Kind kümmern müssen.

Ehrenamtliche freuen sich über viel Rückenwind

Einsatz für den Förderverein der Familienherberge Lebensweg auf der Gewerbeschau in Illingen (v. li.): Dr. Udo Beller, Susanne Kiefner, Christine Krauth und Sabine Schüle. Foto: privat

Das gilt auch für Dr. Udo Beller. Als Hausarzt in Illingen habe er viele Patienten gehabt, die ihre Eltern gepflegt haben und bis ans Ende ihrer Kräfte gegangen seien. „Diese Menschen, die so Großartiges leisten, brauchen Unterstützung“, findet der Mediziner. Genauso wie die Eltern von schwerstkranken Kindern eine Herberge benötigen, wo sie für ein paar Tage durchatmen können. Insofern war es für Dr. Beller eine Selbstverständlichkeit, seine medizinische Expertise der Familienherberge zur Verfügung zu stellen. „Erst war ich eine Art Berater, und irgendwann bin ich dann im Vorstand des Fördervereins gelandet“, erzählt Beller. Im Vorstand eines Vereins, der mittlerweile über 800 Mitglieder zählt und für Sabine Schüle mehr ist als ein Zusammenschluss von Menschen, die es sich zum Ziel gesetzt haben, die Familienherberge zu unterstützen. „Wir sind alle auf einer Wellenlänge“, sagt Schüle. Daraus entwickelten sich eine ungeheure Dynamik und ein großes Zusammengehörigkeitsgefühl. Während es in vielen klassischen Vereinen immer schwieriger wird, Freiwillige zu finden, die sich engagieren, könne der Förderverein über Mangel an helfenden Händen nicht klagen. „Bei der Einweihung der Familienherberge Anfang Mai waren über 100 Mitglieder von uns im Einsatz“, berichtet Schüle, die auch sonst nie lange betteln muss, wenn der Verein für eine Aktion Unterstützung benötigt. „Dieses positive Umfeld strahlt auch auf mein Lebensgefühl ab“, macht Schüle deutlich, dass sie im übertragenen Sinn für ihr Engagement durchaus belohnt wird.

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