William und Kate bei Einsetzung der Erzbischöfin von Canterbury

Panorama

Mit Sarah Mullally wird erstmals das wichtigste geistliche Amt der Church of England von einer Frau ausgefüllt. Zur Einsetzung kommen Prinz William und Prinzessin Kate.

Prinz William und Prinzessin Kate von Wales während der Inthronisierungszeremonie von Dame Sarah Mullally als 106. Erzbischöfin von Canterbury.

Prinz William und Prinzessin Kate von Wales während der Inthronisierungszeremonie von Dame Sarah Mullally als 106. Erzbischöfin von Canterbury.

(Foto: Gareth Fuller/PA Wire/dpa)

Von red/dpa

Historischer Moment in der Kirchengeschichte: Mit dem Segen des Königshauses ist Sarah Mullally als erste Frau in das Amt der Erzbischöfin von Canterbury eingesetzt worden.

Der britische Thronfolger Prinz William (43) und Prinzessin Kate (44) nahmen stellvertretend für König Charles III. (77) an einem feierlichen Gottesdienst mit etwa 2.000 Menschen in der Kathedrale von Canterbury teil. Der britische Monarch ist offizielles Oberhaupt der Church of England. Die geistliche Leitung liegt bei der Erzbischöfin. Unter den Gästen war auch Premierminister Keir Starmer.

Mullally ist die erste Frau, die das Bischofsamt von Canterbury innehat, ihre 105 Vorgänger waren allesamt Männer. Sie ist damit eine der wichtigsten Leitfiguren aller anglikanischen Kirchen weltweit, die als eine der größten protestantischen Kirchengemeinschaften gelten. 

Neue Erzbischöfin war früher Krankenschwester

Mullally gilt als progressiv in Fragen der kirchlichen Anerkennung gleichgeschlechtlicher Beziehungen, ist jedoch eine Gegnerin des geplanten Gesetzes zur aktiven Sterbehilfe der Labour-Regierung, das derzeit durch den Gesetzgebungsprozess im Parlament geht. Die 63-Jährige arbeitete früher als Krankenschwester für Krebspatienten, bevor sie eine Karriere in der Kirche einschlug. Seit 2018 war sie Bischöfin von London.

Mullally folgt auf Justin Welby, der im November 2024 wegen seiner Rolle bei der verschleppten Aufarbeitung eines Missbrauchsskandals zurücktreten musste. Das Amt war daraufhin längere Zeit unbesetzt.