Zwischen James Bond und Mozart
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Jubiläumswochenende der Klosterkonzerte bietet einen Abend voller Witz und Virtuosität
Maulbronn. Der künstlerische Leiter betritt die im Klosterhof aufgebaute Bühne und freut sich sichtlich über die volle Tribüne vor ihm. Lange möchte Sebastian Eberhardt das Publikum des ersten Abendkonzertes am Jubiläumswochenende der Klosterkonzerte aber nicht auf die Folter spannen und gibt die Bühne für die Künstler des Abends frei. Igudesman und Joo werden schon vor dem ersten Ton mit aufforderndem Applaus begrüßt. Die Musikkabarettisten freuen sich über ihr gebildetes und schönes Publikum und geraten darüber schon in die erste Auseinandersetzung, ob denn dieses Publikum nun „Mooozaaart“ oder James Bond hören möchte. Der gewiefte Igudesman gewinnt die hitzige Debatte, allerdings mischt Pianist Hyung-Ki Joo geschickt das Bond-Motiv unter die Mozartsonate und zieht letzten Endes auch Geiger Aleksey Igudesman in seinen Bond – äh, Bann. So findet der verbale Streit eine hitzige musikalische Fortsetzung, die schon in den ersten Minuten das künstlerische und spielerische Geschick der beiden deutlich werden lässt.
Igudesman (re.) und Joo. Foto: Fotomoment
Weiter geht die musikalische Debatte. Soll es Chopin sein oder doch etwas Leichteres? Ein Lied aus Igudesmans Heimat „Oci cornyje“ vielleicht? Nein, das sei nicht schwäbisch, es löst allerdings auch keine Reaktion beim Publikum aus. Aber als sich Igudesman als Dirigent entpuppt und das Lied anstimmt, singt das Publikum die bekannte Melodie ergriffen mit. Es hilft aber nichts, Joo möchte gerne Shoppen gehen – nein, Chopin spielen – und auch Igudesmans Hinweis, allergisch zu reagieren, nutzt nichts. Ergeben stimmt er also in die Chopin-Sonate ein.
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