Zwänge von einst sind Geschichte
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Die Stadtführerin Edelgard Gressert-Seidler beleuchtet in einem Vortrag das Leben und Arbeiten der sogenannten „Rassler“
Über den Aufstieg Pforzheims zur weltweit geachteten Schmuckmetropole, aber auch über den schleichenden Niedergang hat Stadtführerin Edelgard Gressert-Seidler in einem Vortrag im Rathausfoyer in Mühlacker berichtet. Eine kleine Schmuck- und Uhrenausstellung, noch zu sehen bis zum 18. Juli, bot das passende Anschauungsmaterial.
Edelgard Gressert-Seidler (re.) mit interessierten Zuhörerinnen. Foto: Filitz
Mühlacker. Pforzheim 1767: Markgraf Karl Friedrich von Baden genehmigt die Einrichtung einer Taschenuhrenfabrik, die bald um eine Schmuck- und Stahlwarenfabrik erweitert wird. Kinder aus dem nahen Waisenhaus fanden Arbeit. Bald sahen auch Bürger in dieser Art von Fabrikation Potenzial. Um 1904 zählte man rund 540 Bijouteriefabriken. Ihren Teil zur Geschichte trugen die zahlreichen Arbeiter aus umliegenden Orten bei, die zum Dienst nach Pforzheim wanderten und bis zu sechs Stunden Fußmarsch zu bewältigen hatten. Zudem arbeiteten sie, wie Edelgard Gressert-Seidler verdeutlichte, elf Stunden an sieben Tagen der Woche an schlecht ausgestatteten und nur mit Kerzenlicht beleuchteten Arbeitsplätzen in mangelhaft belüfteten Räumen. Kaum einer von ihnen wurde älter als 40 Jahre. Todesursache war überwiegend die Lungenschwindsucht.
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