Zuflucht für Specht und Käfer

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Illingen weist drei Prozent seines Waldgebiets als Alt- und Totholzfläche aus

Illingen. Im Illinger Wald, der knapp 800 Hektar groß ist, werden drei Prozent der Fläche als Waldrefugien ausgewiesen. Sie dürfen nicht bewirtschaftet werden und müssen ihrer natürlichen Entwicklung überlassen werden. In diesem Sommer soll Revierförster Rolf Esslinger entsprechende Flächen suchen. Der Grundgedanke hinter dem Alt- und Totholzkonzept des Landes: Es soll einen Ausgleich schaffen für den Fall, dass bei Forstarbeiten bestehende Habitatbäume beschädigt werden. In den Waldrefugien, so Frieder Kurtz, Leiter des Enzkreis-Forstamts, würden natürliche „Ersatzwohnungen“ für die Tierwelt von Specht bis Käfer entstehen. Allerdings eigne sich nicht jede Fläche. Zum einen müssten die Refugien fernab von Wanderwegen sein, zum anderen könne es Probleme mit Schädlingen geben, die sich in den Refugien ungehemmt entwickeln können. „Deshalb konzentrieren wir uns auf Flächen mit Buchenbeständen“, so Kurtz, weil bei Totholzeichen die Schädlingsgefahr ungleich höher sei. „Und dann dürfen wir nicht mehr eingreifen“, verdeutlichte der Forstamtsleiter, wie sorgsam die Flächen ausgewiesen werden müssen.

Natürlich gebe es bisher im Illinger Wald schon solche Refugien, machte Kurtz deutlich. Aber jetzt würden sie eben entsprechend der Richtlinien des Landes förmlich ausgewiesen. „Hoffentlich entsteht dadurch kein Öko-Tourismus im Wald“, sagt Kurtz. Denn wenn Menschen die Refugien besuchen, würde die Idee ad absurdum geführt, weil die Tiere vertrieben werden.

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