Zitternd vor Wut im Sitzungssaal
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Äußerungen von Günther Bächle und Rolf Leo stoßen sauer auf – Mitglieder des Türkischen SV fürchten um ihre sportliche Heimat
Die letzte Gemeinderatssitzung des Jahres sorgt beim Türkischen SV Mühlacker auch fast eine Woche danach noch für Unmut. Weniger ärgert die Mitglieder und Funktionäre, dass es weiterhin keine Aussicht auf einen adäquaten Fußballplatz gibt, sondern vielmehr die Wortwahl im Verlauf der Sitzung.
Integration andersrum: Der Vorsitzende Sebattin Yildirim (re.) und Dogan Özdemir (2.v.re.) vom Türkischen SV Mühlacker zeichnen im Rahmen des Fußball-Stadtturniers 2012 „ihre Ausländer“ für ehrenamtliches Engagement aus. Achim Kröger (v.li.) ist Schriftführer und betreut die Vereins-Webseite, Gerhard Eichert war Trainer und Rainer Ruoff fungierte als Kassier. Eichert und Ruoff sind sogar Gründungsmitglieder des Türkischen SV. Hinter Dogan Özdemir verdeckt steht Svenja Kröger, die wie ihr Vater ebenfalls im Verein engagiert ist. Archivfoto: Eigner
Mühlacker. „Ich war so wütend. Meine Hände haben gezittert, aber ich durfte ja nichts sagen“, schildert Sebattin Yildirim seine Gefühlslage als Zuschauer im Ratssaal. Was ihn derart auf die Palme gebracht hat, waren zwei ähnlich lautende Äußerungen von Günther Bächle (CDU) und Rolf Leo (Freie Wähler). Die beiden Fraktionsvorsitzenden hatten den Mitgliedern des Türkischen SV nahegelegt, sich „deutschen Vereinen“ anzuschließen. Dies sei dann „gelebte Integration“, fanden Leo und Bächle. „Neben mir saß ein Deutscher aus einem anderen Fußballverein, den ich vom Sehen her kenne. Der schüttelte nur den Kopf und sagte, dass er sich schäme“, berichtet Yildirim.
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