Zeitzeugen erinnern sich an Schreckensnacht

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Überlebende des Bombenangriffs vom 23. Februar 1945 treffen sich einmal im Monat – Erlebnisse bleiben für immer präsent

Pforzheim. „Ich kann mich noch sehr gut an alles erinnern“, sagt Hannelore Günthner. Nach einer Pause fügt sie hinzu: „Leider.“ Denn zu den glasklaren und detaillierten Erinnerungen der 91-jährigen „waschechten“ Pforzheimerin gehört auch der verhängnisvolle Tag der Zerstörung Pforzheims durch alliierte Bomber in den Abendstunden des 23. Februar 1945. Und diese Erinnerungen teilt die betagte Frau mit einigen wenigen ihres Jahrgangs einmal im Monat im Café Bellevue. Es kamen vor Jahren noch 15 Teilnehmer des Jahrgangs 1928/29 – an diesem Montagnachmittag im Januar sind es noch fünf Personen. Mehr als sieben aber nie.

Zeitzeugen erinnern sich an Schreckensnacht

Begehen einmal im Monat im Café Bellevue ihren ganz eigenen Gedenktag in Erinnerung an die Zerstörung der Heimatstadt Pforzheim am 23. Februar 1945: die Zeitzeugen Gerhard Beck, Hannelore Günthner, Claus Maischhofer, Gisela Armand und Werner Bott (v. li.). Foto: Roth

Der Jüngste am Tisch ist der 90-jährige Claus Maischhofer. Und er kam den Schrecknissen des Krieges an jenem Abend am nächsten. Der damals 16-jährige Modellbau-Lehrling war zu Fuß auf dem Heimweg vom Leopoldplatz in die Nordstadt. „Wenn ich mir das heute überlege, dass ich drei Stunden vor dem Bombardement noch gemütlich die Bahnhofstraße hochgelaufen bin...“, erinnert sich Maischhöfer. Immer noch unvorstellbar ist für ihn auch, dass er in einem Hauseingang an der Ebersteinstraße überlebt hat. Und seine Familie in einem Stollen ebenfalls unversehrt wieder fand.

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