Zeitreisende sorgen für beste Unterhaltung
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Circa 100 Nachwuchsmusiker der Maulbronner Stadtkapelle gestalten ein außergewöhnliches Konzert
Maulbronn. Mehr Publikum ging nicht, denn sonst wäre die Stadthalle aus allen Nähten geplatzt. Auf der Bühne unterhielten rund 100 Nachwuchsmusiker der Maulbronner Stadtkapelle ein rundum begeistertes Publikum. 300 Gäste wollten hören, was die musikalische Jugend im Alter ab vier Jahren bis zum 20-jährigen Instrumentalisten zu bieten hatte.
Die Flötenkinder unter der Leitung von Ramona Petsch und Ursula Pfeil (am Pult) zeigen Können und eine bunte Show zur Erheiterung des Publikums. Foto: Filitz
Schülerorchester, Flötenkinder, „Frühförderlinge“, Schlagzeugensemble und Jugendorchester waren die Formationen, die alle mit ihren Darbietungen zu überzeugen wussten. Auf einen Moderator wurde verzichtet. Eine Zeitmaschine, konstruiert von Jugendleiter Niklas Taubert, steuerte den Abend. Und flugs versetzten die beiden Zeitreisenden Rebecca Felchle und Ole van der Lip in ihren medizinisch weiß anmutenden Kitteln mit ein paar Clicks die Zuhörer zurück ins Jahr 1750 ins Zeitalter des Barock und der Klassik. Unter der Leitung von Dietmar Werner eröffnete das Schülerorchester mit Mozartklängen den in jeder Hinsicht farbig gestalteten Abend. Rasante Zeitsprünge waren geradezu atemberaubend. Ab ging es dann ins Jahr 1930 zu Blues und Jazz, wo zu fetzigen Klängen auch David Horst als Solist am Horn brillierte. Fast überschlug sich die Maschine, als sie das Jahr 1341 anzeigte. In dieser Ära führten Ramona Petsch und Ursula Pfeil Regie. Letztere griff zur Flöte und begleitete ihre Flötenkinder zu damaligen Weisen, wo Rittersleute noch den Ton angaben. Leichtsinnig mischten sich die Weißkittel unter das kleine Volk und wurden prompt zu ritterlichen Schwertkämpfen auch hoch zu Ross herausgefordert, die sie allesamt verloren und dann flüchteten. Und dann gab es einen Knall – eine riesige Rauchwolke waberte in den Saal hinein zum Schrecken der Gäste: Die Zeitmaschine war explodiert. Muße für alle, sich in der Zwangspause bei Kaffee und Kuchen zu erholen. Eine Filmsequenz zeigte, wie die beiden „Zeitler“ durch den Ort rannten auf der Suche nach einem Ersatzteil. Natürlich mit Erfolg, und sie schossen die Zuhörer vom 12. ins 19. Jahrhundert. 1870 war eingeblendet. Ein Marterpfahl stand auf der Bühne, und gelernt hatten die beiden „Weißen“ nichts aus ihren Rittererfahrungen. Eine Schar kleiner, aber umso munterer Indianer, tauchte auf, band die Eindringlinge an den Marterpfahl, und zusammen mit Oberhäuptling Karin Storch, erfolgreich tätig in der Frühförderung der Jüngsten im Verein, feierten nun der ganze Stamm den Sieg mit einem rhythmischen „Bechersong“.
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