Wortgefechte, aber kein Urteil

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Gericht will weitere Zeugen hören

Pforzheim (weg). Der Prozess vor der Auswärtigen Großen Strafkammer unter Vorsitzendem Richter Hermann Meyer endete gestern nicht wie vorgesehen. Stattdessen lieferten sich Verteidiger Christian Arnsperger und Oberstaatsanwältin Gabriele Gugau heftige Wortgefechte. Wie berichtet, ist der 22-jährige Luca angeklagt, seine Freundin Maria (Namen geändert) vergewaltigt, geschlagen und um Geld erpresst zu haben. Die Vergewaltigungen bestreitet der Angeklagte. Auch geliehenes Geld will er wenig später zurückgezahlt haben. Arnsperger sah keine Beweise, sondern schwere Fehler in der polizeilichen Ermittlungsarbeit. Erst bei Marias vierter Vernehmung sei das Wort „Vergewaltigung“ erstmals aufgetaucht. In den handschriftlichen Aufzeichnungen Marias finde sich davon kein Wort. Auch die Ambivalenz der Frau gegenüber Luca sei nicht erwähnt worden.

Gabriele Gugau verwahrte sich gegen den Vorwurf einseitiger Ermittlungen. „Glasklar“ stehe im polizeilichen Abschlussbericht, dass sämtliche Fotos von Maria stammten, die sie zur Verfügung gestellt habe. Bereits als Maria erstmals eine Beratungsstelle aufgesucht habe, habe die Sozialpädagogin bei der Polizei angerufen und mitgeteilt, dass der Verdacht auf ein Sexualdelikt bestehe.

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