Wolfskinder haben alles verloren

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Der Sternenfelser Heinz Daferner erzählt die Geschichte der Geflüchteten und macht damit auf ihr Schicksal aufmerksam

Was verbirgt sich hinter dem Begriff Wolfskinder? Während zu Beginn eines Vortrags von Heinz Daferner, Vorsitzender des Vereins „Hilfe für Litauen“, oft nur vage Vermutungen im Raum stehen, sind seine Zuhörer im Anschluss umfassend informiert – und oft schockiert.

Wolfskinder haben alles verloren

Eine Zeitreise in Bildern über Hunderte Kilometer und mehrere Jahrzehnte: Die Wolfskinder (li.) müssen Ende des Zweiten Weltkriegs fliehen und irren teilweise jahrelang in den Wäldern rund um Litauen (oben) hin und her. Auch Jahrzehnte später, bei einem Treffen mit dem litauischen Honorarkonsul Wolfgang Freiherr von Stetten ( unten) hadern noch viele mit ihrem Schicksal. Vor acht Jahren haben sich die Überlebenden zusammengeschlossen, um mit einem Gedenkstein an diejenigen zu erinnern, die ihr Leben schon in Kindertagen verloren haben (re.).

Sternenfels. Der Familienvater an der Front, in Gefangenschaft oder gestorben, die Mutter ist längst zur Alleinerziehenden geworden – und nun droht nicht nur ihr Gefahr, sondern auch den Kindern. Es ist 1944, der Krieg neigt sich dem Ende entgegen – in Preußen bedeutet das: Die Russen kommen. Aus Angst treffen Mütter eine folgenschwere Entscheidung: Sie schicken ihre Kinder in den Wald, geben ihnen eine grobe Richtung an, in die sie immer weitergehen sollen – „schräg nach oben, Richtung Litauen“. Aus den Kindern von damals sind heute alte Leute geworden, viele davon sind schon gestorben. Und die, die noch leben, haben ihr Schicksal wohl nie wirklich verarbeitet. Um diese Menschen kümmert sich Heinz Daferner aus Sternenfels. Mit seinem Verein „Hilfe für Litauen“ engagiert er sich seit Jahren für die sogenannten Wolfskinder. 1994 war Daferner erstmals im Rahmen einer Studienreise des Bildungswerks Mühlacker in Litauen. Aus der großen Betroffenheit und dem „man müsste und man sollte doch“ wurde für Daferner und seine Mitstreiter kurzerhand ein: „Wir helfen“.

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