„Wir haben schon mehrere Leben gerettet“
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Illinger „Helfer vor Ort“ des Roten Kreuzes sind schneller als der Notarzt – Bei Herzinfarkt zählt jede Minute
Illingen. „Wir haben schon mehrere Leben gerettet“, rückt Professor Dr.-Ing. Thomas Ahndorf die Arbeit der noch jungen „Helfer vor Ort“-Gruppe des Roten Kreuzes (DRK) in Illingen ins rechte Licht. Wie er im Verwaltungsausschuss des Gemeinderats berichtete, seien die ehrenamtlichen Helfer seit ihrer Gründung im Dezember 2015 weit über 300-mal von der Rettungsleitstelle parallel zum Rettungsdienst alarmiert worden. In über 40 Einsätzen ging es dabei um Herzinfarkte, Herz-Kreislaufstillstände und akute Thoraxschmerzen. „Hier zählt jede Minute“, erklärt der ehrenamtliche Rettungssanitäter. „Bei einem Herzkammerflimmern beträgt die Überlebenschance bei einer Defibrillation – das sind kurze, starke Stromstöße, um die Herzmuskelzellen gleichzeitig zu erregen – nach zwei Minuten 80 Prozent, nach zehn Minuten geht sie in Richtung null.“ Zum Glück seien die Illinger Helfer vor Ort nach drei bis vier Minuten beim Patienten, um Reanimationsmaßnahmen einzuleiten. Damit seien sie deutlich schneller als die Notärzte der Rettungswache Mühlacker, die im Regelfall acht Minuten benötigten. „Diese wenigen Minuten Differenz können über Leben und Tod entscheiden“, so Ahndorf. „Ich habe aber auch schon mal 25 Minuten auf einen Notarzt gewartet – und das nicht nur einmal.“ Wenn bei der Rettungswache Mühlacker keine Notärzte verfügbar seien, müssten die Ärzte aus Pforzheim kommen, was wesentlich länger dauere, oder aus dem benachbarten Vaihingen, wobei hier Zeit verloren gehe, weil sich die jeweiligen Leitstellen abstimmen müssten.
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