Wenn es Nacht wird auf der Burg
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Reportagen rund um die Uhr: Montagnachmittag, 16 Uhr, an der Löffelstelz in Mühlacker
Wie ergeht es einer Sehenswürdigkeit, wenn niemand Zeit für sie hat? Und wann beginnt eigentlich der Dienst eines veritablen Burggeists? Eine Spurensuche rund um die Löffelstelz.
Der Tag verabschiedet sich – und hinter den Burgfenstern der Löffelstelz geht das Licht an, das auch in der Nacht weithin sichtbar von der Schönheit der Sehenswürdigkeit kündet.
Mühlacker. Es mag im Jahr 1350 gewesen sein. Die Magd Bertha will auf der stolzen Burg hoch über Dürrmenz, die noch nichts vom Begriff Ruine weiß, gerade die Suppe servieren, als ihr das edle Gefäß aus den Händen rutscht und am Boden in tausend Stücke zerschellt, die viele hundert Jahre später die Scherbabuzzer wieder zusammensetzen werden. Auf die Suppe mag sich ein heißblütiger Ritter gefreut haben, der ob der Ungeschicklichkeit derart in Rage gerät, dass er die arme Bertha zu Boden wirft, wo sie unglücklich aufschlägt und, ihr junges Leben aushauchend, den Ritter mit einem Fluch belegt. So muss es nicht, so könnte es aber gewesen sein, und so könnte demnach der Ritter, nennen wir ihn Kunibert, bis heute an die Reste seines Heims gebunden sein – ruhelos, unsichtbar und ohne in die Stadtgeschichte Eingang gefunden zu haben.
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