Wenn die Sonne glutrot aufgeht
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Modenschau der Hochschule geprägt von chinesischen Traditionen
Pforzheim. Es ist kaum zu überhören: Die Studierenden des Fachs Mode an der Fakultät für Gestaltung in Pforzheim haben die Grenze in ein asiatisches Land überwunden, zumindest gedanklich. Asiatische Klänge, von einem Saiteninstrument herrührend, das eine Stuttgarter Künstlerin bedient, empfangen nämlich die Gäste der Modenschau, die einen Platz auf den Bierbänken im Brauhaus an der St. Georgensteige einnehmen.
Ein chinesisches Gucci sieht für das sechste Semester bunt, schrill und verrückt aus und hat doch auch traditionelle Elemente.
Hier erwartet sie eine besondere Stimmung, die durch den sichtbaren interkulturellen Austausch mit China verstärkt wird. Nationale Identitäten sind in diesem Studiengang im wahrsten Sinn des Wortes ineinander verwoben, denn zum Beispiel das zweite Semester hat sich mit fünf Elementen der chinesischen Lehre beschäftigt, von Holz über Wasser zum Metall, und verschiedene Kollektionen miteinander zu einem neuen Styling für Männer kombiniert. Tragbar, harmonisch, verflochten, mit transparenten Oberteilen einen fließenden Eindruck vermittelnd. Wer hinter die Fassade rauschender Kleider, starker Petrol-, Orange- und Rot-Töne mit oft sehr viel Volumen und die Träger wie unter einer Lupe vergrößernden Effekten schaut, der darf darin wohl eine detaillierte Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Themen erkennen. Themen, die deutschen Studierenden fremd vorkommen müssen, wie etwa die Ein-Kind-Politik und der daraus resultierende Männerüberschuss. Den hat Jennifer Haas im sechsten Semester mit ihrer Kollektion „Club Para Dies“ – das sterbende Paradies – skizziert und die übrig gebliebenen Männer in dunkle Kleidung gesteckt, die aus ihnen aufgepumpte – begehrenswerte? – Männerfiguren macht. Fliegend leicht dagegen die Kite-Kollektion von Johanna Hößle, die den oft auch dunklen Seiten der Modenschau etwas Luftig-Leichtes entgegensetzt. „Zoom on China“ – das dritte Semester hat Männer in teilweise drachenartige Oberteile gesteckt, die den Models mitunter einen krebsartigen Gang abverlangt beim Gang durch das Backstein-Gewölbe.
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