Wenn Worte überflüssig sind
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Gudrun Augenstein, Leiterin des Notfallnachsorgedienstes beim DRK Pforzheim-Enzkreis, über ihren Einsatz in Südfrankreich
Osterglocken blühen im Garten. Das mag mancher nur am Rande wahrnehmen. Gudrun Augenstein dagegen genießt den Anblick, weiß die Leiterin des Notfallnachsorgedienstes beim DRK Pforzheim-Enzkreis doch nicht erst seit ihrem Einsatz für die Angehörigen der Opfer des Germanwings-Absturzes, wie kostbar jeder Moment des Lebens ist.
Als Helferin in Südfrankreich war Gudrun Augenstein eine gefragte Ansprechpartnerin der Medien: Hier gibt sie dem ZDF ein Interview. Foto: ZDF/red
Kieselbronn. Der Alltag hat sie wieder. Ein Alltag mit Ehemann, zwei erwachsenen Söhnen, einer Psychotherapiepraxis, aus dem sie am späten Abend des 24. März per Telefonanruf herauskatapultiert wurde. „Ich habe meinen Koffer gepackt, und vier Stunden später wurde ich von zwei Kollegen vom Kreisverband Ludwigsburg abgeholt“, blickt Gudrun Augenstein auf jenen Dienstag zurück, der sich als schwarzer Tag in der Luftfahrtgeschichte ins kollektive Gedächtnis einbrennen wird. Für die Leiterin und Mitbegründerin des DRK-Notfallnachsorgedienstes Pforzheim-Enzkreis blieb es nicht beim bestürzten Betrachten der Fernsehbilder. Ihre Mission: „Wir wollten für die Angehörigen da sein“, schildert sie die Aufgabe des zehnköpfigen Kriseninterventionsteams, das sich auf den Weg in Richtung Absturzregion machte. Dass ausgerechnet Gudrun Augenstein zur Delegation zählte, mag kein Zufall sein, schließlich hat die Kieselbronnerin unter anderem beim Amoklauf in Winnenden Einsatzerfahrung gesammelt. „Wir haben uns rasch zusammengefunden und uns auf die Ankunft der Angehörigen vorbereitet“, erzählt Gudrun Augenstein, die selbst in einer Jugendherberge in Seynes-Les-Alpes untergebracht war.
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