Weichenstellung für ein Wunschprojekt
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In Maulbronn soll an der Hölderlinstraße ein neues Wohnquartier entstehen – Gemeinderat muss den Weg für das Projekt ebnen
Nach langem Warten ist es so weit: Das Schmid&Wezel-Areal könnte sich schon bald zu einem Wohnquartier mausern. Der Investor aus Ludwigsburg wartet nur noch darauf, dass der Gemeinderat das Bebauungsplanverfahren einleitet.
Ein Investor aus Ludwigsburg plant auf dem Schmid&Wezel-Areal eine Wohnbebauung. Das Grundstück liegt an der Hölderlinstraße in Maulbronn, die im Zuge der Entwicklung der Gewerbebrache ausgebaut wird. Anlieger müssen deshalb mit Erschließungsbeiträgen rechnen. Foto: Disselhoff
Maulbronn. Am morgigen Mittwoch steht die wichtige Weichenstellung auf der Tagesordnung des Gemeinderats. Es ist davon auszugehen, dass das Gremium den Weg für das Projekt ohne große Diskussion und mit breiter Mehrheit freimacht. Die Stadträte und die Verwaltung haben lange darauf gewartet, dass sich auf dem Grundstück an der Hölderlinstraße etwas bewegt. Seit vielen Jahren war die Gewerbebrache den Verantwortlichen im Rathaus ein Dorn im Auge. Jetzt brennt die ReWied GmbH darauf, die Fläche für eine Wohnbebauung zu aktivieren. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Ludwigsburg und ist auf Flächenrecycling und Hochbau spezialisiert. Die Firma hat für ihr Engagement in Maulbronn bereits eine Projektgesellschaft gegründet. Die ReWied Bau- und Sanierung Maulbronn hat vor, auf dem ehemaligen Betriebsgelände an der Hölderlinstraße Einfamilienhäuser und Wohnungen zu schaffen. Da ein markantes Gebäude der ehemaligen Firma, das sich in exponierter Lage direkt an der Hölderlinstraße befindet, unter Denkmalschutz steht, darf es nicht abgerissen werden. In dem Gebäude sollen Wohnungen entstehen. Die Geschäftsführer der ReWied, Herbert Röger und Sabrina Pohl, wollen ihre Pläne für das Grundstück am Mittwoch im Gemeinderat näher vorstellen. Bei der Stadt läuft die ReWied mit ihrem Vorhaben offene Türen ein. „Es ist gut, dass aus dem Gelände etwas wird. Ich gehe davon aus, dass das auch der Gemeinderat so sehen wird“, sagt der Maulbronner Bauamtsleiter Dieter Rein auf Nachfrage unserer Zeitung. „Die Wiedernutzung von Brachflächen ist aus den unterschiedlichsten Gründen eine gute und sinnvolle Sache“, teilt die Verwaltung mit. Eine Belebung des Areals sei „städtebaulich sinnvoll“. Dass sich in der Maulbronner Kernstadt nun an gleich zwei neuralgischen Punkten etwas zum Positiven verändert, ist für die Stadt mit ihren 6500 Einwohnern ein Glücksfall. Auch für das zweite große Problemgrundstück, das ehemalige Schenk-Areal, hat sich nach jahrelanger erfolgloser Suche im Januar überraschend doch noch ein Investor gefunden. Dr. Thomas Pfirrmann, Dr. Michael Löffler und Ulrich Steinbild haben die 45000 Quadratmeter große Industriebrache von Insolvenzverwalter Dr. Philipp Grub erworben. Auch hier wird der Gemeinderat bald gefordert sein, einen Bebauungsplan aufs Gleis zu setzen. In der Gremiumssitzung am Mittwoch ist die Entwicklung des Grundstücks insofern bereits ein Thema, als die Freilegung der momentan noch verdolt unter dem Areal fließenden Salzach ihre Schatten vorauswirft. Konkret geht es um einen Vertrag zwischen Stadt und Kreis, die bei dem „naturnahen Ausbau“ des Bachs wegen eines Brückenbauwerks, das in die Zuständigkeit des Landratsamts fällt, an einem Strang ziehen müssen. Um die Kostenverteilung zu regeln, wurde ein Vertrag ausgearbeitet, dem die Stadträte zustimmen sollen. Laut Verwaltung könnten die Bauarbeiten im Brückenbereich bereits im Juli beginnen. Die Belebung der Industriebrache, die sich im Zentrum der Stadt befindet, wird noch einige Zeit auf sich warten lassen, weil die Sanierung der Altlasten einer Herkulesaufgabe gleicht.
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