Weder Märchenoper noch Musikdrama

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Bettina Lell inszeniert Antonin Dvoráks „Rusalka“ am Theater Pforzheim

Seit 1992, als Thomas Münstermann das Werk in der Ausstattung von Thomas Mogendorf inszenierte, stand es nicht mehr auf dem Spielplan. Jetzt setzte Bettina Lell in Pforzheim Antonin Dvoráks „Rusalka“ in der Ausstattung von Beate Zoff in Szene. Ein „lyrisches Märchen“ stellte sie aber nicht vor.

Dramatische Szene: Anna Agathonos als Hexe Jezibaba und Reto Rosin als Prinz.

Dramatische Szene: Anna Agathonos als Hexe Jezibaba und Reto Rosin als Prinz. Foto: Theater Pforzheim

Pforzheim. Er war nicht der einzige Komponist, den das Undine-Thema anzog, dieser 1841 in Nelahozeves in der Nähe von Prag geborene, 1904 in Prag gestorbene Antonin Dvorák, der über sich selbst sagte: „Ich bleibe stets nur das, was ich war – ein einfacher tschechischer Musikant.“ E.T.A. Hoffmann, Albert Lortzing, Alexander S. Dargomyshki, Pjotr I. Tschaikowski, Giacomo Puccini, Nikolai Rimski-Korsakow und in jüngster Zeit Hans Werner Henze und Aribert Reimann, sie alle vertonten den romantischen Stoff, der in mehreren europäischen Völkern überliefert ist. 1899 schrieb Jaroslav Kvapil, Dramaturg und Regisseur am Prager Nationaltheater, ein Libretto in Anlehnung an die Novelle „Undine“ von Friedrich de la Motte-Fouqué, in dem auch Einflüsse von Hans Christian Andersens „Geschichte von der kleinen Seejungfrau“, Gerhart Hauptmanns Märchendrama „Die versunkene Glocke“ und von der französischen Melusinen-Sage des Jean d’Arras und des Trouvère Couldrette aus dem 14. und 15. Jahrhundert zu erkennen sind – ohne zu wissen, wer es vertonen würde. Antonin Dvorák wurde dann durch eine Anfrage von Frantisek Adolf Schubert, dem damaligen Direktor des Prager Nationaltheaters, wo das im Jahr 1900 entstandene Werk 1901 uraufgeführt wurde, der Komponist. Ihn beeinflussten Richard Wagner, Pjotr I. Tschaikowski und Franz Schubert, und doch komponierte er ein typisch böhmisches, mit veredeltem Volksmusikgut angereichertes lyrisches Märchen, das heute noch zum eisernen Bestand jeder Opernbühne in Tschechien gehört, in Deutschland aber eher selten gespielt wird.

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