Waschtag des Herzens

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Gedanken zum Buß- und Bettag von Pfarrerin Gabriele Sauer, Mühlacker

Nach dem Tod einer älteren Dame aus unserer Gemeinde saßen wir beisammen und blickten zurück auf ihr Leben. Voller Respekt und Dankbarkeit leuchteten da im Gespräch Stationen einer Biografie auf, die von Mühe, aber auch von Lebensfülle erzählte. Und von einer ganz anderen Zeit, einem anderen Alltag als der, den wir kennen. Beispielsweise war da die Rede von einem Waschtag im Monat. Nicht für eine Person wohlgemerkt, sondern für eine Großfamilie. Dieser Waschtag bestimmte in früheren Zeiten das Leben der Familien. Da lief der ganze Tag anders ab als die übrigen Tage. Es wurde ein schnelles Mittagessen vorbereitet, alle anderen Arbeiten im Haus ruhten. Man gab sich Mühe mit der Wäsche, denn jedes Kleidungs- und Wäschestück war kostbar.

Ein Waschtag im Monat. Wie gut, dachte ich, dass es heute Waschmaschinen und Trockner gibt. Da geht das Waschen und Richten der Wäsche nebenher am frühen Morgen und am späten Abend. Ich hätte als berufstätige Mutter sonst nicht gewusst, wie ich das machen soll. Ein Waschtag im Monat. So machten das die Leute früher. Und der wurde zelebriert. Man konzentrierte sich ganz auf das Eine, weil es wichtig und kostbar war. Alles andere stand hintenan.

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