„Vorgaben von oben genügen nicht“

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Vortrag zum Klimaschutz gibt Aufschlüsse über den individuellen CO²-Fußabdruck und die Chancen, die Bilanz zu verbessern

Wie sieht die persönliche Treibhausbilanz aus? Antworten auf diese Frage gaben Regine Einfeld vom BUND-Regionalverband Nordschwarzwald und Stephan Schunkert von der gemeinnützigen klimAktiv jetzt im Mühlehof.

Regine Einfeld und Stephan Schunkert.

Regine Einfeld und Stephan Schunkert.

Mühlacker. „Politische Vorgaben von oben herab genügen nicht, um eine klimafreundliche Gesellschaft zu erreichen. Persönliches Handeln ist erforderlich. Klimaschutz heißt nicht Verzicht. Klimaschutz heißt Umdenken. Klimaschutz kann jeder“, lautet die Meinung der beiden Experten. Unstrittig sei inzwischen, dass die Erderwärmung durch menschliches Verhalten verursacht sei, führte Schunkert aus. Also solle niemand darauf warten, dass irgendwann das ganz große Rad gedreht wird und mit einem Schlag die Probleme der Erderwärmung gelöst sind, dass düstere Zukunftsszenarien wie „Land unter“ breiter Küstenstriche, wenn der Meeresspiegel nur einen Meter steigt, wie weggeblasen sind, Es gelte, die eigenen energiefressenden Gewohnheiten auf den Prüfstand zu stellen. KlimAktiv ist eine gemeinnützige Gesellschaft zur Förderung des Klimaschutzes und ist schwerpunktmäßig im Bereich CO²-Bilanzierung für Unternehmen und Produkte und sogenannte CO²-Fußabdrücke von Privatpersonen und Haushalten tätig. Maßgeblich unterstützt wird das Unternehmen vom Bundesumweltministerium, und es ist als NGO (Nichtregierungsorganisation) bei den Weltklimakonferenzen akkreditiert. KlimAktiv-Projekte sind von der Unesco ausgezeichnet worden. „Seit 2007 haben wir mehr als zwei Millionen CO²-Bilanzierungen erstellt“, untermauerte der Referent seine Fachkompetenz. Sichtbaren Fußabdrücken zu folgen, den Weg zu ändern, falls sie in die Irre führen, ist einfach. Dass jeder Mensch auch einen CO²-Fußabdruck hinterlässt, muss erst mal ins Bewusstsein gerückt werden. Deutschland hat sich in internationalen Verträgen verpflichtet, die Treibhausgasemissionen so weit zu senken, dass der gefürchtete Temperaturanstieg auf zwei Grad begrenzt wird. Daneben soll das hohe Wohlstandsniveau der Bevölkerung gewahrt bleiben – eine Art Spagat also. „Eine persönliche Treibhausgasbilanz zeigt praktikable Möglichkeiten auf, dieses Ziel zu erreichen. Mit dem CO²-Rechner auf www.klimaktiv.de können Sie diese Bilanz für sich und Ihre Familie errechnen“, erklärte Schunkert anhand einer Musterrechnung. Möglichkeiten zu CO²-Einsparungen lassen sich im Bereich Bauen und Wohnen, Reisen und Mobilität, im Haushalt und bei den Konsumgewohnheiten finden. In Konsequenz könnte zum Beispiel eine Rechnung lauten: Weniger Rindfleischverzehr vermindere die Anzahl der Rinder, damit sinke der Ausstoß an Methangas, das die Tiere abgeben und das weit gefährlicher für die Umwelt sei als CO². Eine Menge Informationen bot ein umfangreicher Büchertisch, der rasch leer geräumt war.

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