Von der Erzählung zum Monodrama
Archiv
„Die Verwandlung“ nach Franz Kafka im Theater Pforzheim erstaufgeführt
Pforzheim. Mit der Erstaufführung eines Monodramas, das ursprünglich eine Erzählung war, wartet das Theater Pforzheim im Podium auf. Später wird das Stück „Die Verwandlung“ als mobiles Theater an verschiedenen Orten gezeigt.
Die Welt steht Kopf: Clemens Ansorg als Gregor Samsa. Foto: Theater Pforzheim
„Die Verwandlung“ ist die Geschichte von Gregor Samsa, von dem es heißt, als er „eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheuren Ungeziefer verwandelt“. Zunächst will er diese „Verwandlung“ als Einbildung abtun, und er denkt: „Wie wäre es, wenn ich noch ein wenig weiterschliefe und alle Narrheiten vergäße?“ Doch dann überlegt er es sich anders. Das Ganze ist die Geschichte eines Handlungsreisenden, der sich als Alleinernährer einer aus Vater, Mutter, Schwester und ihm bestehenden Familie überfordert fühlt, der sich deshalb in die Gestalt eines Käfers flüchtet und so zum Stachel im Fleisch der Familie wird. Seine abstoßende Käfergestalt bringt seine lange unterdrückten Proteste grotesk zum Ausdruck. Damit verkörpert er zugleich die Wahrheit, die von der Familie verdrängt wird. „Was einzig Gregor zurückverwandeln könnte in seine menschliche Gestalt, wäre die rückhaltlose Anteilnahme der Familie.“ Doch die flieht vor ihm. Und so stirbt der Käfer zum Schluss, wobei dieses Sterben die Trauer des Erzählers widerspiegelt. „Die Revolution war ohnmächtig geblieben, eine Mischung aus Empörung und knechtischen Selbstvorwürfen, die an den zugrundeliegenden Machtverhältnissen nicht rührt.“
Wir freuen uns, dass Sie sich für
einen Artikel interessieren.
Jetzt registrieren und weiterlesen.
- ➔ Alle Webseiteninhalte
-
➔ Inklusive aller
Artikel
- ➔ Jederzeit kündbar
Sie sind bereits Abonnent? Hier einloggen