Von der Angst, etwas zu teilen
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Zu den Leserbriefen „Leid gegen Leid“ vom 16. Januar und „Unzumutbare Unterkunft“ vom 13. Januar:
Warum muss sich Frau Denzler rechtfertigen, wenn sie die Missstände aufgreift oder als Sprachrohr für die Flüchtlinge fungiert? Die übrigens sehr dankbar für jede Hilfe sind und auch von vielen Muslimen unterstützt werden. Übrigens auch ich kann von Erinnerungen meiner Eltern berichten, die viel darüber erzählt haben, wie arm, hungrig und groß die Not der Menschen damals in allen Familien war und dass fast in jedes Haus einzelne oder ganze Familien zwangseingewiesen beziehungsweise einquartiert wurden. In unserem Dorf Mühlhausen über 300 Menschen! Auch sie wurden damals erniedrigt, ausgegrenzt und nicht mit offenen Armen empfangen. Heute jedoch, wo wieder Menschen unsere Hilfe brauchen, jeder satt ist, unsere Kühlschränke voll, die Häuser groß sind, noch niemand eine Mehrabgabe leisten musste, unsere Lebenssituation und der Standard nach 70 Jahren ein ganz anderer ist, ist die Angst etwas zu teilen oder abzugeben größer. Ich kann auch nicht verstehen, warum Menschen immer noch nach Herkunft, Hautfarbe, Nationalität, Glaubensrichtungen einteilen? Sind manche besser als andere? Damals waren es noch Katholiken gegen Protestanten. Heute? In unserer globalen vernetzten Welt sollte die Devise gelten: Wann ist der Mensch ein Mensch?
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