Von der Ambivalenz der Moral

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„Peggy Pickit sieht das Gesicht Gottes“ am Theater Pforzheim

Pforzheim (pm). Am Samstag, 8. Juni, feiert um 20 Uhr am Theater Pforzheim das Stück von Roland Schimmelpfennig „Peggy Pickit sieht das Gesicht Gottes“ Premiere. Zwei befreundete Paare treffen sich nach sechs Jahren wieder. Liz und Frank haben ein Haus mit Garage und ein Kind, Frank ist Oberarzt an der Uniklinik. Karen und Martin haben in den vergangenen sechs Jahren in einem Drittweltland als Ärzte eines Hospitals gearbeitet. Die Begegnung soll ein schöner Abend mit einer Menge Alkohol, leckerem Essen und Harmonie werden. Aber schnell wird klar, dass sich die Freunde von früher auseinandergelebt haben; zu unterschiedlich sind die Erfahrungen, die sie in der vergangenen Zeit gemacht haben.

Nicht nur ist die ehemalige Vertrautheit verloren, auch der gemeinsame Humor will sich nicht einstellen. Mit steigendem Alkoholeinfluss sinkt die Hemmschwelle. Das schlechte Gewissen der arrivierten Daheimgebliebenen kollidiert mit dem der zur Rettung Afrikas Aufgebrochenen. Wie war es denn nun, den Ärmsten der Armen zu helfen? Großartig steht gegen furchtbar. Und aus den Medien hat man doch immer gehört, die Helfer haben ein schönes Leben mit großen Autos und unbegrenztem Hauspersonal. Und die Kinder? Liz und Frank platzen vor Stolz auf ihr kluges Einzelkind. Karen und Frank haben sich um ein krankes Waisenkind gekümmert und Spenden gesammelt zur medizinischen Versorgung. Doch dann, da Bürgerkrieg drohte, haben sie das Kind doch hilflos zurücklassen müssen und in den fast sicheren Tod geschickt. Die Ambivalenz der Moral und die Scham der Selbstgerechtigkeit stehen einander unversöhnlich gegenüber.

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