Vom Wettpinkeln und der Rübenpresse
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Slam-Show an der stillen Enz mit Bastian Mayerhofer aus Berlin präsentiert rund 250 Besuchern die ganze Vielfalt der Wortkunst
Es sind die unterschiedlichen Stimmungen an der stillen Enz, die unter anderem den Reiz der Veranstaltungsreihe „Sommerevenz“ ausmachen. Am Dienstag war es an den Biertischen ganz still: Rund 250 Besucher hörten den Slammern einfach nur zu, und somit wurde aus einem Poetry Slam eine Slam-Show.
Der Mann mit der Gitarre: Bastian Mayerhofer aus Berlin.
Mühlacker. Poetry Slam – das klingt ziemlich modern. Nicht wenige der von Moderatorin Ramona Deeg begrüßten 250 Besucher dürften deshalb am Dienstag eine große Entdeckung gemacht haben. „Poetry Slam“ im weiteren Sinn gibt es schon lange! Das führte nicht nur Achim Dürr bei der 43. Auflage auf der MT-Leseinsel mit einem historischen Abriss eindrucksvoll vor Augen. Das belegte am Dienstag auch Hans Geiger, kein Geringerer als der Vater von Lokalmatadorin Miriam „Miri“ Geiger. Er hatte einen Text mitgebracht, den er anlässlich eines Klassenkameradentreffens vor 20 Jahren geschrieben hatte. Die Zeilen des 69-Jährigen handelten von der gemeinsamen Schulzeit. Und sie ermöglichten seinen Zuhörern einen Blick in das Ölbronn vor gut 60 Jahren. Da gab es noch kein richtiges Schulhaus, und Hans Geiger war mit seinen Mitschülern als Wanderklasse im Rathaus und ins Unterdorf unterwegs. Die Konfirmanden mussten in der Kirche das Glockenseil ziehen und beim „Wettbronzen“ (Anm.: Wettpinkeln) wurde „des Milchkännle versaicht“ (Anm.: Mit Urin bepinkelt).
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