Vom Nil an die Enz: Heimat für Vögel aus Afrika
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Die Nilgänse kommen auch rund um Mühlacker vor – Die angeblich aggressiven Tiere sind laut Fachmann besser als ihr Ruf
Mühlacker/Enzkreis. Frohgemut watschelt eine Federvieh-Familie übers Enzvorland in Mühlacker. Die Vögel, die zwischen zwei Planschrunden spazieren gehen, sind zwar – was ihr Name nahelegt – nicht seit Urzeiten in hiesigen Gefilden heimisch, doch sie kommen inzwischen regelmäßig und in größerer Zahl auch hier vor. Die Rede ist von Nilgänsen.
Nilgänse an der Enz bei Mühlacker. Foto: privat
„Die Nilgans hat sich in den letzten 25 Jahren in Mitteleuropa rasch ausgebreitet und gibt immer wieder Anlass zu Diskussionen, ob sie überhaupt Bestandteil unserer Vogelwelt sei“, schreibt Dr. Stefan Bosch, Arzt aus Diefenbach und Hobby-Ornithologe, in einem Beitrag auf der NABU-Homepage. Am stärksten sei sie südlich der Sahara und im Niltal verbreitet. Indes habe es schon im 17. Jahrhundert Nilgänse in Ungarn und Rumänien gegeben, und in Großbritannien seien sie sogar in Parks und Zoos gehalten worden. Aus diesen Vogelhaltungen stammen auch die ab dem Ende des 18. Jahrhunderts freifliegenden Nilgänse und jene in den Niederlanden ab 1967. Von den Niederlanden aus verbreitete sich der aus dem Süden stammende Vogel im Rheintal, Belgien und – ab dem Jahr 1986 – in Nordrhein-Westfalen sowie – ab 2003 – in der Schweiz. „Der europäische Bestand wird auf 26000, der deutsche auf über 7500 Brutpaare geschätzt“, so Stefan Bosch.
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