Vom Daumen drücken und Rad schlagen

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Landeskinderturnfest ist geordneter Ausnahmezustand mit fröhlichen Massenaufläufen und sehenswerten Einzelleistungen

Pforzheim. Es ist, als ob man eine Lastwagenladung voll leckerer Granny Smith-Äpfel über Pforzheim gekippt hätte. Ein Kind gleicht dem anderen. Dafür weiß man sofort, wie man die vielen grasgrünen „Zweibeiner“ einordnen muss, die die Innenstadt bevölkern: Alle wollen sie zum Landeskinderturnfest.

Sozialbürgermeisterin Monika Müller (li.) hilft dabei, die Medaillen zu übergeben. Foto: Roth

Sozialbürgermeisterin Monika Müller (li.) hilft dabei, die Medaillen zu übergeben. Foto: Roth

Das ist eine tolle Sache, die noch toller wird, weil ein bisschen Wettkampfatmosphäre in der Luft liegt. Da geht es zwar nicht um die Wurst, aber die Kinder haben sichtlich Spaß daran, ihre Kräfte zu messen. Im Ernstfall kommen unter den grünen Shirts glitzernde Wettkampf-Gymnastikanzüge zum Vorschein, wie das schon am frühen Samstagmorgen in der neuen Bertha-Benz-Sporthalle der Fall ist. Zum Glück, denn sonst wären die Kinder fast unsichtbar, ist das Innere der Halle doch ebenfalls in der Trendfarbe apfelgrün gestaltet. Stefanie Stökle vom TuS Bräunlingen ist gerade dabei, ihre Kinder zusammenzutrommeln, um an der Bushaltestelle auf die Beförderungsmöglichkeit zum nächsten Wettkampf in der Konrad-Adenauer-Realschule zu warten. Wäre bei aller Sportlichkeit dann doch etwas zu weit, von der Stadtmitte auf den Buckenberg zu laufen. „Wir sind 48 Personen“, sagt sie. Wobei sie und die anderen acht Helfer und Eltern sich noch mehr um die Jungs als um die Mädchen kümmern müssen. „Die sind nicht so gern allein“, sagt sie. Mädchen und Jungs turnen im Wettkampf gemeinsam, wie Sonja Eitel erzählt, die im Vorstand des TV Huchenfeld ist, an diesem Tag aber vor allem in der Bertha-Benz-Halle schaut, dass alle Teilnehmer das finden, was sie brauchen. „Zu den Stoßzeiten kann es schon mal heftig werden. Wir haben zwar einige Ausgabestellen eingerichtet, beispielsweise fürs Frühstück, und bei der Essensausgabe sind bis zu 15 Helfer eingesetzt, aber es ließ sich dann doch nicht ganz vermeiden, dass es Schlangen gibt“, sagt sie. Eine Nacht will sie auf jeden Fall auch vor Ort übernachten, um mal wieder das „Turnhallen-Feeling“ zu bekommen. Bevor sie wieder davon eilt, wirft sie noch einen Blick von oben auf das Wettkampftreiben: „Alle acht Minuten wechseln die Mannschaften.“ An einem Tag bewerten Kampfrichter bei der Großveranstaltung etwa 800 kleine Wettkämpfer auf den Bodenmatten und sogar beim Schwimmen.

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