Villa Emrich: Eltern machen sich Sorgen

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Die Zukunft der Einrichtung wirft Fragen auf – Betroffene wollen Beitrag zur Überbrückung der schwierigen Personalsituation leisten

Mühlacker. Die Eltern der Kinder, die das Integrative Kinderhaus Villa Emrich in Mühlacker besuchen, sind zutiefst verunsichert. Sie wissen nicht, wie es in der Einrichtung weitergeht, nachdem sechs Erzieherinnen einschließlich der Leitung auf einen Schlag gekündigt haben (wir berichteten). Das Kinderhaus wird von der Stadt Mühlacker und der Lebenshilfe Vaihingen-Mühlacker getragen. Der Rückzug der Pädagoginnen betrifft den städtischen Teil der Einrichtung.

Villa Emrich: Eltern machen sich Sorgen

Das integrative Konzept ist vielen Eltern wichtig. Sie fordern dessen Erhalt. Archivfoto: Disselhoff

In der Villa Emrich werden Kinder mit und ohne Handicap in gemischten Gruppen betreut. Wie es angesichts der akuten Personalnot in der Einrichtung weitergeht, ist unklar. „Viele Eltern schätzen das inklusive Konzept und wünschen sich sehr, dass daran auch künftig festgehalten wird“, betont Noemi Schnizler, die Elternbeiratsvorsitzende im Kinderhaus ist. Zurzeit hängen die Eltern in der Luft. Sie wissen zwar, dass es weitergehen soll, doch ob die Stadt auf einem schwierigen Markt schnell neues Personal findet, ist eine offene Frage. Ein Gespräch mit Verantwortlichen der Verwaltung habe die Eltern „recht ratlos“ zurückgelassen. „Es gab auch keine konkreten Angaben über die Hintergründe der Kündigungen“, berichtet Schnizler. Mit der Arbeit der Erzieherinnen seien die Eltern jedenfalls sehr zufrieden gewesen. Dass das Personal in letzter Zeit unter Stress gestanden habe, sei jedoch nicht zu übersehen gewesen: „Es mussten immer wieder Notgruppen gebildet werden, weil Erzieherinnen in ihrer Gruppe alleine waren.“ Außerdem habe man mitbekommen, dass sich die Erzieherinnen durch die intensive Arbeit in den inklusiven Gruppen überfordert gefühlt hätten. „Selbst wenn die Stadt neues Personal findet, würden wir uns aus diesem Grund eine Überprüfung des bisherigen Personalschlüssels wünschen.“ Einige Betroffene sind laut Schnizler bereit, ihren Teil zur Überbrückung der schwierigen Situation beizutragen. „Es gibt Eltern, die in der Einrichtung bei der Betreuung mithelfen würden“, so Schnizler. Es gebe jedoch auch Eltern, die sich überlegten, ihr Kind aus dem Kinderhaus herauszunehmen.

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