Vergessenes Kulturdenkmal aufpoliert und neu platziert

Archiv

Fast drei Tonnen schwerer Stein erinnert an die Entstehung der Straße zwischen Niefern und Öschelbronn

Niefern-Öschelbronn. Zwischen Niefern und Öschelbronn zeugt eine stattliche steinerne Gedenktafel von der Geschichte der Straße zwischen den beiden Ortsteilen. Der Gedenkstein aus dem Jahr 1881 war lange Zeit unter Gestrüpp verborgen und durch Zufall wiederentdeckt worden. Nach der Bergung steht der Stein heute gut sichtbar an der Wendeschleife gegenüber der Bräuningsmühle.

Freuen sich über den neuen Platz für das wiederentdeckte Kulturdenkmal (v. li.): Bürgermeister Jürgen Kurz, Initiator Bernd Feuchter, Gerhard Vetterer von der Bellmer Rentnergruppe, Steinmetzmeister Reinhard Müller und der Ortschronist Friedrich Leicht. Foto: Tilo Keller

Freuen sich über den neuen Platz für das wiederentdeckte Kulturdenkmal (v. li.): Bürgermeister Jürgen Kurz, Initiator Bernd Feuchter, Gerhard Vetterer von der Bellmer Rentnergruppe, Steinmetzmeister Reinhard Müller und der Ortschronist Friedrich Leicht. Foto: Tilo Keller

Die Inschrift des steinernen Zeitzeugen lautet „Erbaut von den Gemeinden Niefern und Öschelbronn mit Unterstützung des Staates“. Bürgermeister Bauer und Bürgermeister Schöpf sind als Verantwortliche mit verewigt worden. Die Inschrift weist auf den Bau der Verbindungsstraße zwischen Niefern und Öschelbronn hin, der heutigen L1125. Zuvor fuhr man von Niefern über den Gaisberg nach Öschelbronn oder ab der Bräuningsmühle über das Mühlfeld. Beide Strecken waren beschwerliche und im Winter gefährlich glatte Feldwege. Im Sommer des Jahres 1879 begannen die Planungs- und Vermessungsarbeiten. Ortschronist Friedrich Leicht ist in alten Aufzeichnungen darauf gestoßen, dass die Öschelbronner sofort mit dem Straßenbau einverstanden waren. „Die Nieferner haben sich lange gewehrt, denn sie mussten dafür Ackerland hergeben“, beschrieb Leicht die damalige Situation. Nach einigem hin und her stimmte der Nieferner Gemeinderat schließlich zu, wenngleich erst im zweiten Anlauf. 42 Grundstücksbesitzer waren betroffen und mussten davon überzeugt werden, ihr Land für etwa 28 Pfennig pro Quadratmeter abzutreten. Im Jahr 1882 konnte die neue Straße dann erstmals befahren werden. In einer Bucht oberhalb der Bräuningsmühle bei den Steinbrüchen wurde das kleine Denkmal aus Sandstein aufgestellt. Mit den Jahren und zunehmendem Autoverkehr wurde deutlich, dass die engen Radien der Kurven gefährlich waren. Bürgermeister Jürgen Kurz konnte 1983 erreichen, dass die Kurven verkehrssicher gestaltet wurden. Durch die veränderte Straßenführung rückte das Denkmal aus dem Blickfeld und geriet in Vergessenheit.

Wir freuen uns, dass Sie sich für einen logo Artikel interessieren. Jetzt registrieren und weiterlesen.

  • Alle Webseiteninhalte
  • Inklusive aller logo Artikel
  • Jederzeit kündbar

Sie sind bereits Abonnent? Hier einloggen

Artikel empfehlen