Verführte Unschuld inspiriert Experten
Archiv
Gretchen-Tage bieten in Knittlingen ein eindrucksvolles Programm von Theater über Lesung bis zu wissenschaftlichen Vorträgen
Für nur kurze Zeit wirbelte ein „Gretchen-Team“ durchs Faust-Museum und -Archiv, allen voran Dr. Denise Roth, seit März Leiterin der Institution. Nach neuen Ufern wurde gestrebt, mit Mut und Tatkraft ein bisher einmaliges Projekt inszeniert: die „Gretchen-Tage in der Fauststadt Knittlingen“.
Verführerisch lädt Mephisto aus überlegener Höhe den verzweifelten, nach seinem wahren Ich suchenden Faust ein, doch den Verlockungen dieser Welt zu folgen. Bild rechts oben: „Die Wissenschaft hat der Kindsmörderin Susanna Margaretha Brandt Unrecht getan“, hat bei ihren Recherchen der originalen Gerichtsakten aus den Jahren 1771/72 die Frankfurter Autorin Ruth Berger festgestellt. Sie liest aus ihrem Roman „Gretchen. Ein Frankfurter Kriminalfall“. Auch Ulla Haug-Rößler (Bild rechts unten) hat sich mit Pinsel und Farbe in sieben Bildern extra für die Gretchen-Tage mit dem Lebenslauf und dem Schicksal des so bitter gestraften Mädchens „Gretchen“ auseinandergesetzt. Gezeigt werden auch kleine Gretchen-Skulpturen und Holzschnitte mit Motiven aus Goethes Faust.
Knittlingen. „Ich hätte nicht gedacht, dass es so rund läuft. Alle Dozenten haben meine Erwartungen weit übertroffen“, dankte Roth am Ende nochmals allen, die diese dreitägige Veranstaltung mitgestaltet hatten. Im Mittelpunkt standen nur scheinbar zwei Frauengestalten: Das literarisch „eingefärbte“ Gretchen aus der Feder Goethes wurde gegen die historisch aktenkundige Kindsmörderin Susanna Margaretha Brand unter ganz erstaunlichen Blickwinkeln „ausgelotet“.
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