Unternehmen setzt Gewerkschafter vor die Tür
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Firma IMO Oberflächentechnik reagiert mit Kündigungen auf den Wunsch der Beschäftigten, einen Betriebsrat zu gründen
Königsbach-Stein (pm). Wie die IG Metall am Dienstag informiert hat, ist es bei IMO Oberflächentechnik GmbH in Königsbach-Stein und ihren Tochterfirmen zu mehreren Kündigungen gekommen. „Und das ganz augenscheinlich nur, weil diese Kolleginnen und Kollegen einen Betriebsrat gründen wollten“, erklärt der Gewerkschaftssekretär der IG Metall, Kai Müller. „Ein solches Vorgehen passt eher in den Frühkapitalismus des Kaiserreichs, als in die heutige moderne Arbeitswelt.“
Müller zufolge hatten sich bereits im vergangenen Jahr Beschäftigte des Unternehmens an ihn gewandt und über Missstände in der Firma berichtet. Ihr Wunsch sei es, endlich einen Betriebsrat zu bekommen, der sich für ihre Rechte und Belange einsetze. „So, wie es bei den meisten Firmen dieser Größe eigentlich normal und rechtens ist“, sagt eine Mitarbeiterin, die auch von einer Kündigung betroffen ist. „Wir wollten einfach mehr Sicherheit und Schutz für all unsere Kolleginnen und Kollegen.“ In der ersten Zeit habe man sich in einem kleinen Kreis getroffen. Es habe sehr viele positive Stimmen für eine Betriebsratswahl gegeben, aber die Furcht vor Entdeckung sei allgegenwärtig gewesen, heißt es in einer Mitteilung der IG Metall. Für Kai Müller, der fast 20 Jahre lang selbst Betriebsrat war, bevor er Gewerkschaftssekretär bei der IG Metall Pforzheim wurde, sei es besonders erschreckend zu sehen, wie viel Angst in dieser Belegschaft verankert sei, vom Arbeitgeber mit dem Thema Betriebsratsgründung in Verbindung gebracht zu werden.
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