Und dann macht es „bumm!“
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Der Bau der Westtangente hat mit dem Abschnitt Arlinger Tunnel eine im Wortsinn explosive Phase erreicht
Die Westtangente geht auf Tauchgang und robbt derzeit fünf Meter pro Tag unter dem Arlinger Richtung Bundesstraße 294 hindurch. Schneller geht es nicht. Schuld ist der Mittlere Muschelkalk, genauer: der untere Dolomite des Mittleren Muschelkalks. Und der ist so hart, wie er sich anhört.
Blick in den Tunnel: Eine Betonmischmaschine bringt den Spritzbeton auf, der als Sicherung dienen soll. Der Lkw steht auf einer Art Podest. Foto: Roth
Pforzheim. Wenn man da durch will, besser: durch muss, weil das nun mal der Weg der Westtangente für eine Verbindung wichtiger Verkehrsachsen ist, ist härteres Durchgreifen nötig. Deshalb stehen Projektleiter Michael Schwab und Baureferatsleiter Jürgen Genthner vom Regierungspräsidium im Baubüro am Nordportal des Arlinger Tunnels Richtung Keltern vor einer Grafik, die wie eine Schädelhälfte mit vielen Gehirnwindungen aussieht. Nur, dass es keine Denkschleifen sind, sondern die Wege der Explosionen, die von 150 im Fels versenkten Zündungen in der sogenannten Ortsbrust (der Wand im vorderen Bereich des Tunnels) ausgehen. Alle 0,04 Sekunden zündet die Ladung im nächsten Loch, im Zickzackbereich und in vier Sekunden sind 300 Kilogramm Emulsionssprengmittel in die Luft gegangen. Da macht es „bumm!“, und zwar viermal am Tag. Jede Sprengung bringt die Arbeiter am Tunnel wieder 1,25 Meter vorwärts, also fünf Meter am Tag.
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