Unachtsamkeit mit tödlichen Folgen

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Unfall in Pforzheim kostet einen 16-Jährigen das Leben – Mutter kritisiert Urteil des Amtsgerichts

Pforzheim. „Für ein besseres Leben“, wie er sagte, war der 27-Jährige vor rund zwei Jahren aus Rumänien nach Deutschland gekommen. Aber am 15. September vergangenen Jahres, gegen 6.40 Uhr, in der Morgendämmerung, vergaß er beim Anfahren vom Fahrbahnrand in der Calwer Straße in Pforzheim den Blick über die Schulter zurück. Er erfasste mit seinem Wagen einen 16 Jahre alten Leichtmotorradfahrer, der ebenfalls auf dem Weg zur Arbeit war. „Zu seinem Traumberuf“, wie seine Mutter vor Gericht berichtete. Der junge Mann, der keine Chance zum Ausweichen hatte, wurde erfasst, stürzte vom Motorrad und wurde gegen einen entgegenkommenden Kleinlastwagen geschleudert. Gegen Mittag erlag er seinen schweren Kopfverletzungen, einem Leber- und Milzriss in einer Ludwigsburger Klinik.

Der Mann, der hier ein besseres Leben gesucht hatte, saß am Montag wegen fahrlässiger Tötung vor Amtsrichter Ingo Jeckel. Der verurteilte ihn gemäß dem Strafantrag von Staatsanwalt Andreas Schröder zu einer Geldstrafe von 130 Tagessätzen zu je 25 Euro, also zu insgesamt 3250 Euro. Außerdem erhielt der Unglücksfahrer, der sich zuvor nie etwas hatte zuschulden kommen lassen, ein zweimonatiges Fahrverbot. „Bei dieser Strafe stirbt mein Sohn noch einmal“, sagte die Mutter als Nebenklägerin, die mühsam die Tränen zurückhielt. Der 16-jährige Christian war ihr einziges Kind, die Eltern sind beide körperlich und seelisch „am Ende“ und kaum noch arbeitsfähig.

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