Triathlon-Premiere trifft einen Nerv

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Der Verein für Sportschießen stellt einen Dreikampf der besonderen Art auf die Beine, der sogar Schützen aus dem Ausland anlockt

Nicht nur die deutsche Nationalelf konnte am Samstagabend ihre Schützen bejubeln: Der Verein für Sportschießen Maulbronn-Diefenbach hatte erstmalig zum Triathlon-Pokalschießen eingeladen und landete damit bei vielen Sport- und Amateurschützen einen Volltreffer.

Triathlon-Premiere trifft einen Nerv

Maulbronn. Neben drei verschiedenen Schießdisziplinen bot der VfS auch das dritte Papierpatronenschießen an – eine echte Rarität in Deutschland, die sogar Hobbyschützen aus dem Ausland nach Maulbronn zog. Freitagabend, 20 Uhr: Die ersten Campingbusse erreichen das Gelände des VfS Maulbronn-Diefenbach. Die Gäste kampieren in der Nacht auf Samstag vor dem Schützenhaus. Aus Thüringen, Bayern, der Schweiz und sogar aus Luxemburg reisen die Besucher an, um sich beim großen Schützenfest in verschiedenen Disziplinen zu messen. Am nächsten Morgen um kurz nach sieben regt sich etwas auf dem Gelände: Die Organisatoren verteilen Tierattrappen aus dickem Schaumstoff und bringen Zielscheiben an. Der Triathlon ist auch für die Organisatoren Neuland. Sven Reinisch will mit den drei Disziplinen Blasrohr, Bogenschießen und Unterhebelrepetierer nicht nur erfahrene Schützen ansprechen, sondern allen Interessierten die Möglichkeit bieten, sich an verschiedenen Waffen auszuprobieren. Mit Erfolg: Gut 200 Teilnehmer treten in 40 Teams gegeneinander an. „Mit dem Blasrohrschießen leben wir eine Tradition, die von den Urvölkern abgeleitet ist. Auch heute wird die Schusstechnik noch angewandt, um Tiere zu betäuben.“ Sandra Böttcher, Pressevertreterin des VfS, weiß, worauf es beim Blasrohrschießen ankommt. Konzentration ist das eine. Um den kurzen Pfeil auch mit Druck auf das Zielobjekt zu schießen, ist außerdem eine gute Bauchspannung erforderlich. Nach fünf Versuchen geht es für die Teams weiter zum Bogenschießen. Im Gegensatz zum Blasrohrschießen ist die Distanz zum Zielobjekt wesentlich größer. Ziegen, Hasen, Dachse und sogar ein Büffel befinden sich auf dem weiten Feld des VfS. Zum Glück nur aus Schaumstoff, denn immer wieder werden sie von den schnellen Pfeilen der Schützen getroffen. Unter die hat sich auch die achtjährige Emilia Combe gemischt, die keinesfalls wirkt, als hätte sie den Bogen zum ersten Mal in der Hand. Sie setzt an, kneift die Augen zusammen. Spannt den Bogen, zielt, trifft. Die anderen staunen nicht schlecht. „Mit meinem eigenen Bogen treffe ich besser, der ist pink“, sagt sie nach ihrem Schuss. Kein Wunder, denn Emilia ist amtierende Dritte in der Deutschen Meisterschaft und Zweite in der Süddeutschen Meisterschaft. Damit kommt sie ihrem Bruder Luca, der Deutscher und Süddeutscher Hallenmeister ist, gefährlich nahe. Der VfS Maulbronn-Diefenbach ist dafür bekannt, gute Schützen zu stellen.

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