Tränen und heiße Liebesschwüre
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Prügelorgien oder Märchen aus 1001 Nacht: Verteidiger kratzt beim Prozess vor dem Amtsgericht an der Glaubwürdigkeit des Opfers
Brutaler Schläger oder ein Unschuldslamm, das von seiner Ehefrau völlig zu Unrecht beschuldigt wird? Tränen sind beim Prozessauftakt gegen einen 31-jährigen deutschen Staatsangehörigen mit türkischen Wurzeln reichlich geflossen.
Maulbronn. Staatsanwalt Bernhard Martin wirft dem Mann vor, am 2.November 2016 seine Frau verprügelt zu haben. Er soll sie eine Stunde lang geschlagen, getreten und gewürgt sowie Todesdrohungen ausgestoßen haben. Gegen den Strafbefehl hat der vermeintliche Täter Einspruch eingelegt. Denn schließlich habe er seine (Noch-)Frau nie im Leben geschlagen, sondern höchstens versucht, sie zu beruhigen. Das Bild, das er von ihr zeichnete, ähnelte dem einer Furie, die ihre Wut und Enttäuschung über eine vermeintliche Zurückweisung seiner Familie an ihm ausgelassen habe. Er sei am Tattag nach Hause gekommen, schon habe sie ihn angeschrien, ihm eine Flasche mit Augentropfen gleich mehrmals ins Gesicht gepfeffert. „Sie war außer Kontrolle – und hat aus einer Mücke einen Elefanten gemacht“, berichtete der Angeklagte.
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