Tiefer Griff in den Sparstrumpf

Archiv

Knittlinger Etat sieht Investitionen für fast vier Millionen Euro vor

Knittlingen. Es sei ein „Kassensturz mit Ernüchterung“, präsentierte der Knittlinger Kämmerer Manfred Dannecker nicht nur eine Unmenge Zahlen, sondern auch gleich eine passende Überschrift für den letzten Haushalt seiner Amtszeit, den er am Dienstagabend dem Gemeinderat vorgestellt hat. Der finanzielle Rahmen sei durch Mehreinnahmen vor allem bei der Gewerbesteuer, beim Einkommensteueranteil und bei den Finanzzuweisungen einerseits, durch gestiegene Aufwendungen unter anderem beim Personal, der Gebäude- und Anlagenunterhaltung und der Kreisumlage andererseits so eng gesteckt, dass sich die Zuführung aus dem Verwaltungs- an den Vermögenshaushalt im Vergleich zum Vorjahr nur leicht auf 720000 Euro erhöhe. Mehr als einen „minimalen Beitrag“ zu den vorgesehenen Investitionen von rund 3,937 Millionen Euro stelle dies aber nicht dar. Um diesen stattlichen Betrag ohne Steuererhöhungen und ohne Neuverschuldung stemmen und gleichzeitig einen Teil der bestehenden Verbindlichkeiten abtragen zu können, müsse die Stadt erneut tief in die Rücklage greifen. 2,4 Millionen Euro würden daraus entnommen, sagte Dannecker, der 2013 und 2014 als „Jahre der Weichenstellung“ für städtische Großvorhaben bezeichnete. Da weitere kostenintensive Aufgaben begonnen beziehungsweise geplant seien und in der Rücklage rund 7,2 Millionen Euro für die Verbindlichkeiten in Sachen Gewerbegebiet „Knittlinger Kreuz“ reserviert werden müssten, bleibe für zusätzliche Vorhaben kaum Spielraum. Nichtsdestotrotz müssten die 2014 nur mit Planungsraten im Etat vertretenen Projekte Kelter und Faust-Geburtshaus dringend weiter vorangetrieben werden, da beide im zeitlich begrenzten Sanierungsgebiet „Historische Altstadt“ lägen und außergewöhnlich großzügig bezuschusst würden.

Zu den wichtigsten und kostenaufwendigsten Maßnahmen im laufenden Jahr zählte Manfred Dannecker unter anderem die Sanierung des Kindergartens Esselbachstraße, die mit 250000 Euro zu Buche schlägt. Eine weitere Rate von 400000 Euro fließe in die Sanierung der Mehrzweckhalle Freudenstein. Mit 140000 Euro wolle die Stadt den Hartplatz auf Vordermann bringen. 512000 Euro seien für Grunderwerb und Erschließung des Neubaugebiets „Lange Äcker“ vorgesehen, 424000 Euro für Grunderwerb, Planung, Betreuung und Modernisierungszuschüsse in den Sanierungsgebieten Knittlingen und Freudenstein. „Wie Sie sehen, geht es jeden Tag vorwärts“, verwies der Knittlinger Kämmerer auf die Baustelle am Rathaus, wo ein Parkdeck mit Tiefgarage entsteht, das inklusive der Toilettenanlage eine Restfinanzierung von 281000 Euro erfordert. Einen großen Posten stelle mit 600000 Euro auch der geplante neue Bauhof dar. Sechsstellige Beträge kämen überdies den Schulen und der Feuerwehr zugute. Die Abteilung Freudenstein-Hohenklingen erhalte ein neues Fahrzeug.

Wir freuen uns, dass Sie sich für einen logo Artikel interessieren. Jetzt registrieren und weiterlesen.

  • Alle Webseiteninhalte
  • Inklusive aller logo Artikel
  • Jederzeit kündbar

Sie sind bereits Abonnent? Hier einloggen

Artikel empfehlen