Thema Radweg entzweit den Rat
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Der von der LMU geforderte asphaltierte Radweg zum Bahnhof Maulbronn West hat keine große Lobby im Gemeinderat
Die Liste Mensch und Umwelt hat im Maulbronner Gemeinderat beantragt, eine bereits vorhandene Teilstrecke zum Bahnhof Maulbronn West für Radfahrer auszubauen. Der Verstoß wurde im Gemeinderat teils heftig kritisiert.
Bereits heute werden Radfahrer, die aus der Stadt Maulbronn über das Gewerbegebiet Talweg zum Bahnhof Maulbronn West fahren, kurz vor dem Zughaltepunkt mittels der offiziellen Beschilderung über einen Teil der Bundesstraße 35 gelotst. Das sei schon jetzt sehr gefährlich, finden einige Maulbronner Stadträte, die einen Ausbau eines Teilabschnitts des offiziellen Radwegs mit einem Asphaltbelag, wie ihn die Liste Mensch und Umwelt fordert, ablehnt. In der nächsten Ratssitzung soll endgültigüber den umstrittenen Antrag abgestimmt werden.
Maulbronn. Als viel zu gefährlich geißelten die Kritiker den Antrag der Liste Mensch und Umwelt (LMU) am Mittwochabend im Gemeinderat. Als ein wichtiges Signal an die Radfahrer werteten die Antragsteller den Ausbau des Radwegs, für den die Zeit einfach reif sei, zumal es ein großes Potenzial an Radlern gebe, die solch ein Angebot in Anspruch nehmen würden. Der Diskussion im Gremium lag die Stellungnahme der Stadtverwaltung zugrunde, die die Chancen eines Ausbaus der Radstrecke im Vorfeld der öffentlichen Ratssitzung geprüft hatte. „Ich sehe keine Chance, in dieser Sache an Zuschüsse heranzukommen, außerdem steht das Regierungspräsidium einem Ausbau des Wegs kritisch gegenüber“, fasste Bürgermeister Andreas Felchle das Fazit der Verwaltung zusammen, die die Radstrecke zusammen mit den Mitgliedern des Technischen Ausschusses des Gemeinderats in Augenschein genommen hatte. „Ich halte nichts davon, das Ganze weiter voranzutreiben.“ Der Ausbau des Radwegs entlang der Pforzheimer Straße bis zur Auffahrt der Bundesstraße 35 würde nach Berechnungen des Stadtbaumeisters Karl Velte rund 48000 Euro kosten. Peter Wilhelm, leidenschaftlicher Radfahrer und Sprecher der LMU, kämpfte für seinen Vorstoß. „Aus meiner Sicht ist die Dringlichkeit eines Ausbaus gegeben, wir müssten in dieser Hinsicht Druck machen, auch wenn das Regierungspräsidium den Bedarf nicht sieht.“ Mit Blick auf die von der Stadt veranschlagten Ausbaukosten merkte Wilhelm an, dass sich diese nach seiner Einschätzung reduzieren ließen. Er plädierte dafür, noch keinen Beschluss zu fällen und die Entscheidung ein wenig reifen zu lassen. Während der Debatte kamen die Kritiker auch auf die Alternativstrecke für Radler und Fußgänger zu sprechen, die auf der anderen Seite der Pforzheimer Straße von Maulbronn West durch den Wald in Richtung Stadtmitte führt. Wilhelm verwies diesbezüglich darauf, dass der Weg länger und überhaupt nicht befestigt sei sowie eine größere Steigung aufweise. „Keiner, der täglich mit dem Rad zur Arbeit unterwegs ist, hat Lust, Umwege zu fahren.“ Die von ihm favorisierte Route sei die schnellere Verbindung zum Bahnhof.
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