Taxidienst steht in der Kritik
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Wie heikel die Beförderung von Kindern sein kann, zeigt ein Fall in Mühlacker
Mühlacker. Zoff im Taxi gibt es immer wieder. Etwa, wenn sich der Fahrgast abgezockt fühlt. Umgekehrt brauchen auch Taxifahrer oftmals ein dickes Fell. Ein besonders sensibles Feld ist die Beförderung von Kindern, etwa regelmäßige Fahrdienste zu Kitas oder Schulen. Ein Fall, bei dem solch eine Fahrt etwas aus dem Ruder lief, sorgte in der vorigen Woche in Mühlacker für Aufregung.
Wenn Taxi-Unternehmen Kinder von A nach B bringen, haben sie als Dienstleister eine besondere Verantwortung. Foto: Disselhoff
Die Mutter einer sechsjährigen Tochter berichtet gegenüber unserer Zeitung von einem Übergriff auf ihr Kind durch die Fahrerin eines Taxi-Unternehmens. Die Frau habe ihre Tochter mit einem Kindersitz an den Kopf gehauen, schreibt die Mutter, die Strafanzeige bei der Polizei erstattet hat, wie das Polizeipräsidium Karlsruhe auf Nachfrage bestätigt. Eine sichtbare Verletzung hat das Kind nach Informationen unserer Zeitung nicht davongetragen. Offenbar war die Tochter vor der Abfahrt mit anderen Kindern auf dem Parkplatz einer Schule herumgerannt. Die Schüler, die in einem Mühlacker Stadtteil eine Grundschulförderklasse besuchen, schlugen sich zudem ihre Rucksäcke um die Ohren. In dieser Situation verlor die Taxifahrerin offenbar für einen kurzen Moment die Nerven. Einen gezielten Schlag gegen den Kopf des Mädchens bestreitet die Taxi-Fahrerin jedoch. Der Fall schlug Wellen, inzwischen gab es eine Art Krisengipfel, bei dem neben der betroffenen Mutter und der Taxifahrerin weitere Eltern, zwei Elternvertreter, die Schulleitung, die Lehrerin der Grundschulförderklasse und Johanna Bächle, Bildungs- und Kulturamtsleiterin der Stadt Mühlacker, dabei waren. Die Stadt ist Auftraggeberin des Taxi-Unternehmens. Die Mutter und auch einige andere Eltern forderten nach dem Vorfall von der Stadt, einen anderen Fahrdienst zu beauftragen. Dieser Vorstoß ist nach dem Krisengipfel allerdings vom Tisch. Bächle dazu: „Wir sind jetzt so verblieben, dass das Kind weiterhin vom Taxi-Unternehmen gefahren wird, allerdings nicht mehr mit der Taxifahrerin.“
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