Stummer Zeuge einer grausamen Zeit

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Erster Stolperstein in Enzberg erinnert an das Schicksal von Karl Ernst Gössel – Behinderung bedeutete das Todesurteil

Es sind stumme Zeugen, die auf Schritt und Tritt mahnen: Mit Stolpersteinen, die Künstler Gunter Demnig schon rund 65000 Mal verlegt hat, gedenken die Menschen in Mühlacker wie in ganz Europa den Opfern des Nationalsozialismus. Seit Samstag erinnert ein neuer Stein vor dem Haus Dr. Simons-Straße 19 in Enzberg an Karl Ernst Gössel.

Stummer Zeuge einer grausamen Zeit

Mühlacker-Enzberg. Es ist ungemütlich kalt an diesem frühen Vormittag im Februar, als sich eine Gruppe von knapp 50 Teilnehmern in der Dr. Simons-Straße einfindet, wo sie vor der Nummer 19 verharrt. In diesem Haus – ehemals Mühlacker Straße 71 – hatte Karl Ernst Gössel bis zu seinem sechsten Lebensjahr gelebt, bevor er wegen einer Behinderung infolge einer Hirnhautentzündung im Mai 1929 zunächst in die Diakonissenanstalt Schwäbisch Hall kam und dann, im April 1939, in die Diakonie-Anstalt Stetten i. R. verlegt wurde. Im September 1940 wurde er im Rahmen der T4-Aktion (Euthanasie) in die Tötungsanstalt Grafeneck gebracht und dort noch am gleichen Tag im Gas getötet.

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