Streit unter Häftlingen endet vor Gericht
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Kein leichter Job für Maulbronner Richter: Prozess muss klären, ob es im Heimsheimer Gefängnis einen gewalttätigen Übergriff gab
Maulbronn/Heimsheim. Haben Cengiz, Abdul und Yavuz (alle Namen von der Redaktion geändert) in der Justizvollzugsanstalt Heimsheim gemeinsam auf den Mitgefangenen Mehmet eingeschlagen und ihn getreten oder hat sich dieser selbst verletzt, um in eine andere Haftanstalt verlegt zu werden? Mit dieser Frage hat sich gestern das Amtsgericht Maulbronn beschäftigt, ohne bislang zu einem Schuldspruch zu gelangen. Die Hauptverhandlung wegen gefährlicher Körperverletzung soll am 28. Mai fortgesetzt werden.
Dass ein großer Gefangenenbus und fast ein Dutzend Vollzugsbedienstete vor dem Gerichtsgebäude der Klosterstadt vorfahren, kommt in Maulbronn eher selten vor. Doch der zu verhandelnde Fall machte das Großaufgebot an Beamten nötig, schließlich mussten alle Angeklagten, das Opfer und vier der bislang gehörten sechs Zeugen aus verschiedenen Strafanstalten im Land vorgeführt werden. Am 29. Juni 2012, gegen 14.20 Uhr soll der 40-jährige Iraker Cengiz in einem Haftraum, in dem sich zu der Zeit besuchsweise zehn bis 15 Personen aufhielten, den zwei Jahre jüngeren türkischstämmigen Mehmet ins Gesicht geschlagen haben. Anschließend sei das am Boden liegende Opfer vom Angreifer, von dessen 20-jährigem Landsmann Yavuz und dem 30-jährigen Syrer Abdul noch weiter geschlagen und getreten worden sein, warf die Staatsanwaltschaft dem Trio vor. Das Opfer habe dabei Abschürfungen, Hämatome und eine Bindehautentzündung erlitten und – wie der Geschädigte gestern im Gerichtssaal ausführte –, seien außerdem seine Nase und ein Zahn in Mitleidenschaft gezogen worden.
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