Streit um Lärm: Politiker schaltet sich ein

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Bürger des Mühlacker Wohngebiets Ulmer Schanz gehen wegen Wartungs- und Werkstattarbeiten der Bahn auf die Barrikaden

Über ein Dutzend Familien aus dem Wohngebiet Ulmer Schanz beschweren sich bei der Deutschen Bahn wegen Lärm und Staub.

Mühlacker. Rückendeckung erhalten sie dabei vom Bundestagsabgeordneten aus dem Wahlkreis, Gunther Krichbaum (CDU), der sich in die Sache eingeschaltet hat und von der DB eine schnelle Stellungnahme fordert. Die Bürger beklagen, dass eine Partnerfirma der DB über Wochen fast täglich und meist bis spät nachts Wartungsarbeiten an ihren Schleifbauzügen durchgeführt habe. Dabei sei es regelmäßig zu einer zehn- bis vierzehnstündigen, übermäßigen Lärmbelästigung der Anwohner im unmittelbar angrenzenden Wohngebiet gekommen. „Vergleichbar dem Lärm eines im Vollgas-Dauerbetrieb abgestellten Lkws“, beschreiben die Anwohner den Krach in einem Schreiben an die Bahn, das unserer Zeitung vorliegt. „Nach unseren Messungen lag der Schallpegel vor den Häusern in der Regel zwischen 60 bis 80 dBA. Mehrfach wurde nachweislich gegen entsprechende Lärmschutzregelungen verstoßen.“ Ein Bürger habe in der Sache an einem Sonntag die Polizei eingeschaltet – offenbar erfolglos. Die zuständige Firma habe sich auf eine Ausnahmegenehmigung der Bahn berufen. Zu den Beeinträchtigungen kommt es laut den Anwohnern nicht zum ersten Mal. In den vergangenen Jahren seien die wochenlangen Wartungsarbeiten mindestens zehnmal jährlich in Mühlacker durchgeführt worden. Nicht nur der Lärm stört die Betroffene, sie sehen auch eine Gefahr in dem Schleifstaub, von dem die Spezialzüge gereinigt würden. „Wir fordern Sie dringend auf, den bisherigen Dauerwartungsbetrieb und die Entsorgung vermutlich giftiger und umweltbelastender Schleifstäube sofort an andere Stellen zu verlegen“, lautet der Appell an die Bahn. Es sei die Frage zu klären, wie hoch inzwischen die Belastung des gesamten Wohn- und Gleisbereichs mit Schleifstäuben sei und ob Gesundheitsgefahren für die Anwohner bestünden. „An mindestens hundert Tagen im Jahr werden vor unserer Haustür in offener Landschaft die Schleifzüge vom Schleifstaub gereinigt, das heißt, sämtliche Stäube sammeln sich hier an. Wohl nicht zufällig arbeiten die Mitarbeiter der zuständigen Firma mit Atemmasken, Ganzkörperschutzanzügen und Hörschutz.“

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