Sterben: Infotag will Ängste nehmen

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Raus aus der Tabuzone: Rund 300 Besucher suchen im Mühlacker Krankenhaus Kontakt zu Experten und hören sich Vorträge an

Mühlacker. Sterben unter würdigen Bedingungen: Über dieses heikle Thema haben sich Patienten, Angehörige, Betroffene und Interessierte am Krankenhaus Mühlacker informieren können. Vertreter mehrerer Institutionen hatten am Samstag das Ziel, vor allem die Angst zu nehmen – sowohl durch persönliche Beratungsgespräche als auch in Form von Vorträgen. In diesem Jahr standen das RKH-Krankenhaus Mühlacker und seine ambulanten Partner der Palliativmedizin im Mittelpunkt des Informationstags. „Wir versuchen uns regelmäßig in den Örtlichkeiten abzuwechseln“, verrieten Karin Watzal, Leiterin des Pflegestützpunkts Consilio Mühlacker, Hannelore Stegmaier vom Ambulanten Hospizdienst und Susanne Jost, Palliativschwester am Krankenhaus Mühlacker, die diesen Informationstag gemeinsam betreuten. Letztes Mal beispielsweise sei man im Consilio zu Gast gewesen, dieses Jahr nun wieder im Klinikum. Den Vorteil der Rotation erklärte Watzal so: Jede Örtlichkeit habe ihre eigenen Fachkräfte, die Auskunft geben oder einen Vortrag halten können – in diesem Jahr waren das vor allem Ärzte der Klinik, die ein breites Spektrum an Themen abgedeckt haben. Das Interesse am Infotag war ähnlich groß wie bei den beiden vorangegangenen Veranstaltungen. Rund 300 Besucher schauten über den ganzen Tag verteilt in Mühlacker vorbei, um sich zu informieren. Oben im Foyer oder unten bei den Vorträgen.

Sterben: Infotag will Ängste nehmen

Vertreter mehrere Institutionen standen beim Informationstag am Samstag unter anderem für Fragen der häuslichen Versorgung von Schwerstkranken und Palliativpatienten zur Verfügung. Foto: Friedrich

Gesprochen wurde dort unter anderem über die Frage, ob man im Sinne des sogenannten „Advance Care Planning“, bei dem Behandlung und Pflege mit einem Patienten in dessen Sinne gestaltet werden sollen, eine Behandlung auch im Voraus planen kann und ob das ein Thema für die Klinik sein könnte. Dr. Jürgen Knieling hat sich damit auseinandergesetzt. Die letzte Etappe auf dem eigenen Lebensweg ist dabei ein Thema, das auch in persönlichen Gesprächen immer wieder auftaucht, weiß Stegmaier. „Die meisten möchten gerne zu Hause sterben“, auch wenn das in den meisten Fällen de facto nicht passiert. Was viele nämlich nicht wissen: Es gibt Institutionen, die man schon frühzeitig ins Boot holen kann. Betroffene und Angehörige haben dann Notfallnummern zu Hause und wissen, wen sie ansprechen können. „Unser Ziel ist es, dass der Prozess am Ende des Lebens gut informiert bewerkstelligt werden kann.“ Unklarheiten sollen ausgeräumt werden können.

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