Steinbruch: Gegner können hoffen
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Mühlacker-Enzberg. Zuletzt hatten rund 150 Enzberger Bürger, die schon jetzt unter dem Lärm und den Erschütterungen durch Sprengungen leiden, bei einem Erörterungsabend des Regionalverbands Nordschwarzwald ihre Ablehnung gegen eine mögliche Erweiterung des Steinbruchs an der Brettener Straße zum Ausdruck gebracht (wir berichteten). Zwar steht die Ausdehnung des Muschelkalkabbaus in Richtung Sengach noch nicht akut an, doch folgt der Regionalverband der Verpflichtung der Landesregierung, Flächen zur Rohstoffsicherung zu reservieren. Und in Enzberg, wo die Natursteinwerke Nordschwarzwald nach eigenen Angaben noch über einen für zwölf bis 15 Jahre reichenden Abbauvorrat von 2,5 Millionen Kubikmeter verfügen, war dafür bislang eine Fläche von gut 15 Hektar als Vorranggebiet vorgesehen. Die Gegner, die gegen das Vorhaben auf die Barrikaden gehen, befürchten nun, dass es kein Zurück mehr gibt, wenn das Erweiterungsareal erst mal langfristig gesichert ist.
Die Natursteinwerke Nordschwarzwald wollen in Zukunft ihre Abbaufläche beim Steinbruch in Enzberg erweitern. Doch der umstrittene Standort soll zurückgestellt werden. Archivfoto: Fotomoment
Einer, der ebenfalls Bedenken anmeldet, ist Günter Bächle, Vorsitzender der CDU-Regionalverbandsfraktion. Er verweist, wie auch ein Bürger, auf ein rohstoffgeologisches Gutachten aus dem Jahr 2009, in dem es unter anderem heißt: „Das Vorkommen reicht vor allem im Nordosten bis ins Grundwasser und liegt vollständig in einem Wasserschutzgebiet. In diesen Bereichen bestehen gegen einen Abbau des Vorkommens aus hydrogeologischer Sicht erhebliche Bedenken, die insbesondere bei einem Eingriff in das Grundwasser voraussichtlich zur Ablehnung von Abbauanträgen führen werden. Im Westen des Vorkommens treten kleinere Flächen mit vorrangig schützenswerten Böden auf.“ Unterm Strich, so Bächles Fazit, stellten die in dem Gutachten geschilderten Punkte ein echtes „Ausschlusskriterium“ für den Standort Enzberg dar. Der CDU-Kommunalpolitiker hat deshalb zur Sitzung des am nächsten Mittwoch, 20. Juni, im Festspielhaus von Simmersfeld tagenden Planungsausschusses des Regionalverbands den Antrag gestellt, vom Geologischen Landesamt eine weitere Stellungnahme einzuholen.
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