Standpunkte sind wichtig – damals wie heute
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Gedanken zum Reformationstag von Diakon Michael Gutekunst
Am 31. Oktober 1517, dem Tag vor Allerheiligen, heftete, so die Erzählung, ein Hochschuldozent einige Blätter an die Türe der Schlosskirche zu Wittenberg, dem damaligen Schwarzen Brett der Universität. Darauf notiert waren seine 95 Thesen, die dieser Dozent schon zuvor ausgesprochen hatte. Er wollte eine akademische Diskussion anfachen, um auf Missstände hinzuweisen, die ihm aufgefallen waren. Sein Gewissen nötigte ihn dazu, mit den Worten „Hier stehe ich und kann nicht anders“ später auf dem Reichstag zu Worms zu seinen Überzeugungen, die er vor aller Welt widerrufen sollte, zu stehen. Glaube und Gewissen sind grundsätzlich frei, so die Auffassung der Reformatoren. Luther hatte den Mut, seinen eignen Standpunkt mit den Worten „Sola fide, sola gratia, sola scriptura“ – allein durch den Glauben kann der Mensch sein Seelenheil erlangen; allein durch die Gnade Gottes wird ihm dieses zuteil; allein die Bibel ist maßgebend, welche zum Grundbekenntnis der Reformation wurden, klar zu äußern. Er stellte sich mit seinem Standpunkt den Autoritäten und Auffassungen seiner Zeit entgegen.
Michael Gutekunst.
Nicht immer hat er diese Freiheit auch anderen zugestanden, sondern Grenzen der Toleranz überschritten. Dennoch sind Gewissensfreiheit und Toleranz im Wesentlichen auch ein Ergebnis der Reformation.
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