Stadt will Bürger nicht in den Ruin stürzen

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Maulbronner Bürgermeister möchte Anwohner bei zwei Straßenbauprojekten in Zaisersweiher finanziell entlasten

Maulbronn. Die Stadt Maulbronn muss den Abwasserkanal an der Eichbuschstraße in Zaisersweiher erneuern. Die Röhre ist marode und hat kein ausreichendes Fassungsvermögen, weshalb bei starkem Regen regelmäßig Keller in einigen Häusern volllaufen, die sich an der Straße befinden. „Der Kanal ist am Ende, wir müssen das jetzt machen“, betont Bauamtsleiter Dieter Rein von der Stadtverwaltung. Wenn die Kommune im Zuge der Kanalsanierung die Straße aufreißt, will sie diese im gleichen Atemzug erstmals voll ausbauen. Dafür müssen die Anwohner Erschließungsbeiträge bezahlen.

Am Füllmenbacherhofweg, der mit der Eichbuschstraße verbunden ist, soll ebenfalls ein Vollausbau der Straße erfolgen. „Wenn wir den Kanal in der Eichbuschstraße aufdimensionieren, müssen wir auch den Kanal am Füllmenbacherhofweg erneuern, sonst drohen dort die Keller vollzulaufen“, erklärt Rein. Über Jahrzehnte wurde der Vollausbau der Straßen zurückgestellt, weil kein dringender Handlungsbedarf bestand. „Die Anwohner hätten wissen können, dass irgendwann einmal Erschließungsbeiträge fällig werden“, so der Bauamtsleiter. Das mag hartherzig klingen, doch die Verwaltung hat durchaus Verständnis dafür, dass die rund 40 betroffenen Anwohner der beiden Straßen angesichts der Zahlungen, die im Raum stehen, schlucken müssen. Nach Angaben der Stadt geht es für einzelne Bürger am Füllmenbacherhofweg um eine Rechnung in Höhe von 20000 Euro. Diesen Betrag hat nicht jeder auf der hohen Kante, was die Anwohner bei einer ersten Informationsveranstaltung zum Thema auch deutlich artikuliert haben. Der Maulbronner Bürgermeister hat im Gemeinderat von der Stimmung bei der Veranstaltung berichtet und angekündigt, dass er vor dem Hintergrund „drohender sozialer Verwerfungen“ am Füllmenbacherhofweg den ursprünglich geplanten Straßenausbau mit Gesamtkosten in Höhe von etwa einer halben Million Euro abspecken will. Eine ähnliche Strategie versprach Rathauschef Andreas Felchle im Rat auch mit Blick auf die Eichbuschstraße. Komplett verzichten könne man auf den Ausbau der Straßen jedoch nicht, auch wenn er bei der Informationsveranstaltung zum Füllmenbacherhofweg im Eifer des Gefechts angedeutet habe, dass eventuell nur eine Kanalsanierung möglich sei.

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