Spuren dramatischer Umwälzungen
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Kloster Maulbronn zeigt die Ausstellung „Freiheit – Wahrheit – Evangelium. Reformation in Baden-Württemberg“
„Ohne Reformation hätte es das Kloster Maulbronn als Unesco-Weltkulturerbe nie gegeben.“ Klar, dass die Eröffnung der Ausstellung „Freiheit – Wahrheit – Evangelium. Reformation in Baden-Württemberg“ entsprechend ihrer Bedeutung am Mittwoch von ordentlich Tamtam begleitet wurde.
Finanzministerin Edith Sitzmann (v.li.), Peter Braun, Leiter der Klosterverwaltung Maulbronn, und Michael Hörrmann, Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser und Gärten, studieren Brief und Siegel zum Jagdrecht, das dem Kloster Maulbronn vor der Reformation verliehen wurde. Bild rechts: Kuratorin Alma Mara Brandenburg deutet auf das Wappen des ersten evangelischen Abtes im Kloster Maulbronn. Valentin Vannius hat sich mit zwei Anfangsbuchstaben seines Namens und einem Abtsstab auf der Predigtkanzel verewigt.
Maulbronn. So begrüßte der „Hochzeitsruf“ für Herzog Ulrich von Württemberg aus dem Jahr 1511 untermalt von Trommelklängen die Besucher. Ein stilsicherer Empfang: Spielte der Landesherr doch eine zentrale Rolle in der Geschichte des Klosters, als er es erstmals 1504 unter seinen Einfluss brachte und 1534 die Reformation in Württemberg durchsetzte. Diente das Kloster kurzfristig als Sammelbecken für renitente Mönche, richtete Christoph von Württemberg 1556 in dem Zisterzienserkloster eine Klosterschule ein, in der die Schüler auf ein Theologiestudium vorbereitet wurden. Eine Umnutzung, die zum architektonischen Stillstand führte und die Konservierung als am besten erhaltene mittelalterliche Klosteranlage nördlich der Alpen garantierte. Die Investition in Bildung machte sich bezahlt. „So schade für die Zisterzienser der Verlust des Klosters gewesen sein mag, als Häuslebauer hätten sie das Kloster sicher barockisiert, möglicherweise auch abgerissen und neu aufgebaut“, erläutert Maulbronns Bürgermeister Andreas Felchle, warum die Reformation für die Stadt Maulbronn bis heute „mordsmäßig wichtig“ sei.
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