Sommerevenz: Besucherzahl fast verdoppelt

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Schwoba Jazzer 02

Die Schwoba Jazzer. Foto: Stahlfeld

Ein bisschen erschöpft waren sie am Sonntag schon. Zwei Wochen Sommerevenz stecken schließlich in den Knochen der Ehrenamtlichen, die das Festival an der „Stillen Enz“ stemmten. Zum Abschluss waren sie dennoch sehr zufrieden mit der dritten Auflage.Mühlacker (eld). So kamen zwischen dem 14. und 26. August an die 7000 Gäste auf die Wiese hinter dem Theodor-Heuss-Gymnasium. „Die Besucherzahl hat sich im Vergleich zum Vorjahr annähernd verdoppelt“, stellte am Sonntag Frank Veit zufrieden fest. Gemeinsam mit Rolf Watzal zog er eine erste Bilanz.„Die kompletten 14 Tage waren positiv“, betonten sie, dass es weder Schlägereien noch aufmüpfige Gäste gegeben habe. Im Gegenteil: „Manche bedankten sich sogar, als sie gingen“, sagte Veit. Eine verdoppelte Besucherzahl und ein damit gestiegener Umsatz sorgen dafür, dass die Risikoabsicherung der Stadt Mühlacker von bis zu 15 000 Euro ziemlich sicher nicht in Anspruch genommen werden muss. Dass in diesem Jahr deutlich mehr Besucher kamen, erklären sich Veit und Watzal mit positiver Mund-zu-Mund-Propaganda, einem Programm, das ankomme, und einem guten Essen, bei dem auch der Preis stimme. Vom Ambiente seien die Gäste ebenso wie die auftretenden Künstler restlos begeistert. „Manche sagen, es ist fast wie bei der Gartenschau – genau das wollten wir erreichen“, betonte Watzal.Ob es 2019 eine Neu-Auflage geben wird ? Dagegen spricht dem Eindruck nach erst einmal nichts, doch Watzal betonte, dass darüber erst die rund 250 Mitglieder des Fördervereins Enzgärten Mühlacker abstimmen müssen. Auch gelte es, bei der Organisation einige Sachen „nachzujustieren“. Die Veranstaltung werde von zu wenigen Schultern getragen. „Mit der aktuellen Struktur ist es nicht machbar“, stellte Watzal klar, dass manche an die Grenzen ihrer Belastbarkeit gestoßen seien.Umso mehr freut es die beiden Hauptorganisatoren, dass schon während des Festivals einige neue Mitglieder gewonnen werden konnten. Es gehe vor allem darum, jüngere Menschen für eine Mitgliedschaft zu begeistern. Frank Veit: „Von der jungen Generation sollten auch einige Verantwortung übernehmen.“ Deshalb achte man, so Watzal, auch bei der Programmgestaltung darauf, nicht zuletzt die jüngeren Leute anzusprechen. Und natürlich trifft nicht jeder Programmpunkt jedermanns Geschmack. Doch das findet Almut Wagner aus Mühlacker gar nicht schlimm. Sie war auch an den Tagen an der Enz, an denen die Musik nicht unbedingt ihren Geschmack traf. „Ich bin regelmäßig hierhergekommen, weil hier tolle Musik geboten wird, weil man viele Menschen trifft und eine tolle Atmosphäre herrscht“, betonte sie am Sonntag, als gerade die „Schwoba Jazzer“ zum Frühschoppen-Konzert aufspielten. Sie sei den Menschen dankbar, die das Festival auf die Beine stellen. „Und das unterstütze ich durch meinen Besuch“, sagte Almut Wagner. Beim Kanuclub Mühlacker sieht man das nicht anders. Die Kanuten waren auch dieses Jahr mit von der Partie und luden gestern zum kostenlosen Paddeln auf der Enz ein. „Wir wollen als Mühlacker Verein etwas zum Event beitragen“, betonte Peter Wilhelm.Auch Gym and Dance war einmal mehr mit dabei. Am Nachmittag zeigte der Verein Seniorentanz und Linedance. Zum Abschluss gehörte die Bühne der Gruppe „An Dorian“ mit irischen Klängen, präsentiert vom Folkclub Prisma Pforzheim.Da wunderten sich so manche Radler nicht schlecht, als sie zufällig vom benachbarten Enztalradweg aus die Musik hörten. „Sind wir Glückspilze“, stellte ein Quartett fest, das nur durch Zufall beim Festival gelandet war. Hätten sie früher von den Veranstaltungen im Rahmen der Sommerevenz erfahren, vielleicht hätten sie schon am Vorabend vorbeigeschaut, als die Partyband milesTone ihrem Namen alle Ehre machte. Allen voran schafften es Sänger Achim Dürr und Sängerin Tressa Rose Schreiber, dass an diesem doch recht kühlen Samstagabend keiner frieren musste. Die Musiker brachten das Publikum zum Tanzen, Klatschen und Feiern.Zu den diesjährigen Neuerungen hatte am Freitagabend die von Matze Gutstein organisierte Jamsession gehört. Musiker, die noch nie zusammen auf der Bühne standen, traten gemeinsam auf. Aus Maulbronn war Wolfgang Kienzle gekommen, aus Mühlacker Damian Schütze. Neben vielen Musikern von Bands aus dem Vaihinger und Ludwigsburger Raum (Yukon, Panama) hatte der im SWR-Radiosender als Veranstaltungstipp beworbene Abend auch Stuttgarter angelockt. Gabriella Assouramou und ihr Vater Gabin kamen mit Gitarre und „Talking Drum“. Die Familie war erst vor zehn Tagen von den USA nach Deutschland gezogen. Jetzt standen die Künstler in Mühlacker auf der Bühne.

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