Soforthilfe nach Vergewaltigung
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Helios-Klinik kümmert sich im geschützten Rahmen um Opfer
Pforzheim. Nach einer Vergewaltigung steht die Betroffene vor einer wichtigen Entscheidung. Anzeige oder nicht? Dazwischen gab es bislang nicht viele Möglichkeiten. Nun hat die Helios-Klinik als erste Klinik in Baden-Württemberg das Konzept der medizinischen Soforthilfe nach Vergewaltigung von einem Modellprojekt in Frankfurt übernommen. Mit im Boot sind die niedergelassenen Ärzte, die bei Bedarf an die Klinik weitervermitteln. Zusätzlich zur vertraulichen Spurensicherung bietet das Konzept einen geschützten Rahmen für Vergewaltigungsopfer.
Zu jeder Tages- und Nachtzeit könne sich die betroffene Person alleine oder in Begleitung bei der Notaufnahme melden und werde dann separat von anderen Notfällen betreut, so Dr. Friederike Senger, Chefärztin der gynäkologischen Abteilung. „Nach einer Anamnese – das ist die medizinische Vorgeschichte und der Hergang, wie es zu den Verletzungen gekommen ist –, in der wir vor allem zuhören, wird die vertrauliche Spurensicherung angeboten. Die Betroffenen können bei jedem Untersuchungsschritt zustimmen oder ablehnen, ebenso bei Fotos zur Dokumentation.“ Anschließend stünden die medizinische Versorgung und die Weiterleitung an niedergelassene Ärzte, Organisationen wie Pro Familia, Weißer Ring oder Lilith im Fokus der Soforthilfe, auch an die Polizei werde vermittelt, wenn der oder die Betroffene es wünsche. Die Angebote der vertraulichen Spurensicherung und der Soforthilfe nach Vergewaltigung richten sich an Erwachsene, in bestimmten Fällen auch an Jugendliche ab 14 Jahren. „Bei Kindern muss die Polizei eingeschaltet werden, da unbedingt auszuschließen ist, dass der Missbrauch fortgesetzt werden kann“, sagt Susanne Brückner, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Pforzheim.
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