Signale werden oft nicht erkannt

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Leitfaden zu Anzeichen sexualisierter Gewalt gegen Kinder soll wichtige Hinweise geben

Pforzheim/Enzkreis. Pforzheim und der Enzkreis haben gemeinsam einen Handlungsleitfaden zum Umgang mit Anzeichen sexualisierter Gewalt bei Kindern in einer überarbeiteten Neuauflage herausgebracht. Die Broschüre soll Hilfestellung geben für Fachkräfte an Kitas und Lehrer an Grundschulen, Anzeichen solcher Gewalt früh zu erkennen und richtig zu reagieren. Der Handlungsleitfaden wurde von Pforzheims Oberbürgermeister Peter Boch, Enzkreis-Sozialdezernentin Katja Kreeb, dem Vizepräsidenten des Polizeipräsidiums Karlsruhe, Franz Semling, und weiteren Mitarbeitern des Arbeitskreises, der die Broschüre bearbeitet hat, der Öffentlichkeit vorgestellt. Er wird dann an die Einrichtungen verteilt.

Signale werden oft nicht erkannt

Der Vizepräsident des Polizeipräsidiums, Franz Semling (v. li.), die Lilith-Leiterin Angela Blonski, Enzkreis-Sozialdezernentin Katja Kreeb und Pforzheims OB Peter Boch. Foto: Peche

Sexualisierte Gewalt bei Kindern ist laut Boch „ein ernstes und wichtiges Thema“. Der Missbrauch von Kindern bewege die Menschen in hohem Maße, weshalb Aufklärungsarbeit dringend nötig sei. Sie habe zum Ziel, die Missbrauchsopfer ernst zu nehmen, damit sie sich trauten, ihre Erlebnisse Erwachsenen mitzuteilen. Boch: „Der aktualisierte Leitfaden ist ein Beitrag, damit unsere Kinder beschützter aufwachsen.“ Bestmögliche Hilfe nach traumatischen Erlebnissen zu leisten, ist nach Auffassung von Katja Kreeb Aufgabe des Leitfadens, „als Anker für Lehrer und Erzieherinnen“. Von einem „tollen Werk“ sprach Vizepräsident Semling, weil es die ganze Bandbreite des Alltags abbilde und helfe, dass Kinder selbstsicher und glücklich aufwachsen könnten. Pforzheim sei mit dem Leitfaden auf einem guten Stand. Die Anzahl von angezeigten Fällen von Kindesmissbrauch und sexueller Gewalt belief sich 2017 laut Semling auf rund 60. Er spricht allerdings von einer wohl mehr als dreimal so hohen Dunkelziffer. Von Familienmitgliedern der Opfer, aus der Nachbarschaft, von Lehrern und Ärzten kommen die meisten Hinweise an die Polizei, die zu Anzeigen führen.

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