Serientäter klauen Lienzinger Ortsschilder

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Mittlerweile fehlen die gelben Tafeln an zwei von drei Ortseinfahrten – Günter Bächle fragt nach den Motiven der Diebe

Mühlacker-Lienzingen. „Das ist eine harte Sache für uns Lienzinger“, findet Günter Bächle, CDU-Fraktionschef im Mühlacker Rat und selbst ein Lienzinger mit Leib und Seele. „Fremde fahren durch den Flecken und werden nie erfahren, wie das schmucke Fachwerk-Dorf und der schönste Stadtteil Mühlackers heißt.“ Das hat einen ganz einfachen Grund: Mittlerweile fehlen an zwei von drei Einfahrtsstraßen die Ortsschilder. Sie sind über Nacht verschwunden. Und auch wenn Ulrich Saur, Leiter des Bürger- und Ordnungsamts, dem Lienzinger Bächle am Montag per Mail versichert hat, dass der Bauhof die beiden Schilder nachbestellen und sich gleichzeitig Gedanken machen wird, wie diese künftig besser gesichert werden können, bleibt die Empörung in dem Stadtteil. Denn der Ortsschilder-Klau ist kein Einzelfall. Man könnte schon fast von Serientätern sprechen. Bereits im Sommer 2019 war das Ortsschild an der Knittlinger Straße aus Richtung verschwunden. Bächle machte die Stadtverwaltung darauf aufmerksam – und irgendwann stand dort ein neues Schild. Aber jetzt kommt die schlechte Nachricht: Ausgerechnet diese gelbe Tafel, mit Schrauben fixiert an den Ecken einer Metallhaltung, ist wieder weg. Damit nicht genug: „Lienzingen“ fehlt inzwischen auch an der Ortseinfahrt aus Richtung Zaisersweiher. Amtsleiter Saur hat keine Erklärung, wie es zu dieser Häufung des Ortsschildklaus kommen kann: „Außer dem verschwundenen Ortsschild Mitte 2019 können sich die Bauhof-Mitarbeiter und ich an keine vergleichbaren Vorgänge in den vergangenen Jahren erinnern.“

Serientäter klauen Lienzinger Ortsschilder

Die Halterung bleibt, die gelbe Ortstafel an der Ortseinfahrt von Lienzingen an der Knittlinger Straße ist schon wieder weg. Foto: privat

Bächle fragt sich, welche Motive die Ortsschild-Diebe haben. „Böser Wille von einem, der unser Dorf nicht mag?“ Nein, das kann sich das Lienzinger Urgestein nicht vorstellen. Denn: „Lienzingen ist zum Mögen.“ Wenn Ortsschildklau aus Antipathie ausscheidet, ist es vielleicht genau andersrum. „Also ein Lienzingen-Fan, der aus Übermut und Begeisterung nicht genug der gelben Schilder haben kann?“, fragt sich Bächle und gibt zu: „Wir wissen es nicht.“ Damit enden seine Gedankengänge keineswegs. Denn Bächle denkt weiter und zeigt Konsequenzen und Perspektiven auf: „Wenn das Schule macht, kann die Stadtverwaltung eine Sammelbestellung auf den Weg schicken. Oder sie lässt die Tafel fest mit dem Rahmen verschweißen.“ Bächle denkt aber nicht nur pragmatisch, sondern auch visionär: „Wie wäre es damit? Das Rathaus handelt mit Ortsschildern und füllt die leeren Kassen auf. Mal sehen, was mehr bringt: Lienzingen, Mühlhausen oder Mühlacker. Dann müsste es auch keinen Schilder-Klau mehr geben.“ Doch bevor die Stadt in den Handel mit Devotionalien eintritt, rudert Bächle dann doch zurück und empfiehlt: „Schweißen.“

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